Trichet-Nachfolge: Luxemburg befeuert Debatte über EZB-Spitze

Trichet-Nachfolge
Luxemburg befeuert Debatte über EZB-Spitze

Der Verzicht von Bundesbankpräsident Weber auf die Kandidatur für den EZB-Chefposten hat Bewegung in die wichtige Personalfrage gebracht. Die Chancen des Italieners Draghi steigen. Luxemburg ließ für ihn deutliche Sympathie erkennen.
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BerlinZumal Luxemburg aufs Tempo drückt und die wichtige Personalie endlich vom Tisch haben möchte. „Eine Entscheidung muss so schnell wie möglich erfolgen“, sagte Finanzminister Luc Frieden der italienischen Tageszeitung „La Stampa“. Eine Verzögerung könne zu Instabilität führen.

Frieden wollte sich zwar nicht festlegen, ob er für Italiens Zentralbankchef Mario Draghi stimmen werde, sagte aber: „Ich habe ihn immer als eindrucksvoll und intelligent erlebt.“ Draghis Arbeit für Goldman Sachs sei kein Problem und könne sogar ein großer Vorteil sein, sagte Frieden. Der aus dem Rennen um Trichets Posten ausgestiegene Bundesbank-Präsident Axel Weber sei ebenfalls ein guter Kandidat gewesen.

Die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Jean-Claude Trichet geht regulär am 31. Oktober zu Ende. Über seine Nachfolge entscheiden die Staats- und Regierungschefs. Die Bundesregierung hält sich bislang zu möglichen Kandidaten für die Trichet-Nachfolge bedeckt. Fast schon gebetsmühlenartig erklärt Regierungssprechert Steffen Seibert, der neue EZB-Chef sei aktuell kein Thema. Dies werde zu gegebener Zeit mit den europäischen Partnern entschieden.

Dessen ungeachtet wird Handelsblatt-Informationen zufolge nach dem Rückzug von Bundesbankpräsident Axel Weber, der als sicherer EZB-Kandidat galt, über einen Plan B nachgedacht. Als Alternative wird demnach eine neue Kombi-Lösung für die EZB-Spitze in Betracht gezogen. Ähnlich wie seinerzeit der Niederländer Wim Duisenberg und der Franzose Trichet könnten sich auch zwei Kandidaten nacheinander den Vorsitz teilen, hieß es in Regierungskreisen. Im Gespräch sind dabei neben Draghi auch die beiden Deutschen Klaus Regling, Chef des Europäischen Rettungsfonds, und EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark, früherer Finanz-Staatssekretär und Ex-Bundesbanker.

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