Trierweiler-Buch
Hollande zahlt die Zeche für den Bestseller seiner Ex

Paris in Aufruhr: Valérie Trierweiler macht mit ihrem Sudelbuch über Intimitäten aus dem Leben mit ihrem Ex François Hollande Kasse. Frankreichs Präsident verliert dabei den letzten Bonus, den er beim Volk noch hatte.
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ParisSind es nun 100.000 Euro? Oder hat Valérie Trierweiler gar eine halbe Million Euro als Vorschuss für ihr Buch mit einer Startauflage von 200.000 Exemplaren über ihre neun Jahre mit François Hollande erhalten? Die französische Öffentlichkeit rätselt noch.

Dem Hauptbetroffenen aber kann das herzlich egal sein. Hollande kann noch immer nicht recht fassen, dass neben allen politischen Problemen nun auch noch dieses Verhängnis über ihn hereingebrochen ist: Seine Ex schildert ihn als kalten Karrieristen, der sich im kleinen Kreis über die Franzosen auf der Schattenseite des Lebens lustig mache und sie als „Zahnlose“ verspotte.

Trierweiler hat klug kalkuliert

Damit droht er den letzten Bonus zu verlieren, den er bei den Franzosen noch hatte. Seiner Politik trauen sie schon länger nicht mehr. Doch Hollande gilt noch immer als anständiger, humorvoller Politiker, der gerne und leicht den Kontakt auch zu einfachen Leuten herstellt und keinerlei Dünkel hat.

Trierweiler dagegen stellt ihn als arroganten Zyniker dar, der sich über ihre Herkunft aus einfachen Verhältnissen lustig gemacht habe und sich eigentlich nur in Luxusrestaurants sowie im Kreise von Größen der Wirtschaft richtig wohl fühle.

Am Donnerstagnachmittag kam Trierweilers Buch in den Verkauf. Den großen Buchhandlungen, die in Paris vom Verlag beliefert wurden, wurde es aus den Händen gerissen; am Freitag war die erste Auflage in den meisten Läden ausverkauft. „200 Exemplare haben wir erhalten, die waren in einer Stunde weg, das habe ich in meiner Zeit als Buchhändlerin noch nie erlebt“, sagt eine Angestellte des Drugstore Publicis. Da zählt es wenig, dass viele Politiker der Linken und der Rechten im Brustton der Empörung sagten, dieses „Machwerk“ würden sie nicht kaufen, es interessiere sie auch nicht: Die Nachfrage ist offenkundig da.

Die langjährige Journalistin Trierweiler hat äußerst klug kalkuliert. Was macht es schon, wenn die Mehrzahl der von den Medien befragten Franzosen äußert, sie finde ihr Vorgehen geschmacklos, sie ziehe das Amt des Staatspräsidenten in den Schmutz oder handele aus blinder Rachsucht? Der Blick durch das Schlüsselloch in das Schlafzimmer des Präsidenten, den Trierweiler mit ihrem Buch feilbietet, weckt die Neugier  von Tausenden Lesern. Sie lassen sich gerne zu Spannern machen.

Kommentare zu " Trierweiler-Buch: Hollande zahlt die Zeche für den Bestseller seiner Ex"

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  • Tja, beim Geld setzt der Verstand aus!

    Würde Frau Lieschen Müller über ihren Ex so ein Buch schreiben, dann müsste sie noch Geld mitbringen:-)

    Igitt, über das Privatleben herziehen, nein sowas geht gar nicht und spricht Bände über diese Frau!

    Das Buch würde ich schon aus Prinzip nie kaufen!

    Was interessiert mich das Privatleben von Hollande?

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