Trittin und WWF: Keine Alternative
Vier-Länder entwerfen eigenes Klimaschutz-Abkommen

Die USA, China, Indien, Südkorea und Australien haben sich nach einem australischen Zeitungsbericht zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das eine Alternative zum Klimaschutzabkommen von Kyoto darstellen soll. Bundesumweltminister Trittin und der WWF sehen in dem Abkommen allerdings keine Alternative zu dem Kyoto-Vertrag.

HB SYDNEY. Wie der australische Umweltminister Ian Campbell am Mittwoch vor Journalisten sagte, sind die Länder des Bündnisses für mehr als 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Australien setze beim Klimaschutz auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind sowie eine breite Palette neuer Umwelttechniken, die im Land entwickelt und an andere Staaten exportiert werden sollten.

Zuvor hatte die Zeitung „The Australian“ berichtet, es sei Ziel der Allianz, die Treibhausgase mit neuester Technik zu reduzieren. US-Präsident George W. Bush hatte bei dem jüngsten G8-Gipfel Anfang Juli in Gleneagles (Schottland) zwar den von Menschen verursachten Beitrag zur Klimaerwärmung erstmals öffentlich anerkannt, aber alle Maßnahmen abgelehnt, die das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnten.

Die USA und Australien lehnen das Kyoto-Protokoll von 1997 strikt ab, in dem sich die Industriestaaten verpflichtet haben, den Ausstoß der wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um mindestens fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Die Entwicklungsländer erhielten damals noch keine Auflagen, da die Industriestaaten zunächst die ersten Schritte gegen den Klimawandel machen sollten. Derzeit haben rund 150 Staaten das Protokoll angenommen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte in Berlin, solche regionalen Technologieabkommen könnten zwar die internationale Zusammenarbeit unterstützen, sie seien jedoch „keine Alternative“ zu den verbindlichen Einsparzielen des Kyoto-Protokolls. „Wir müssen nicht nur neue Technologien entwickeln, sondern auch bestehende Technologien anwenden, wie zum Beispiel zur Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien“, sagte der Minister.

Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) betonte in Gland (Schweiz), es gebe keine Alternative zu festen Reduktionszielen für Treibhausgase. „Ein Abkommen zum Klimaschutz, das die Emissionen nicht begrenzt, ist wie ein Friedensplan, der das Schießen mit Gewehren erlaubt“, sagte die Direktorin des WWF-Klimaprogramms, Jennifer Morgan.

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