Troika reist aus Athen ab
Sie kommen wieder

Neue Zitterpartie in Athen: Jede Auszahlung einer Hilfstranche ist mit Komplikationen und Spannungen verbunden. Dies gilt auch für die nächste Milliarde. Schon im Januar wird Griechenland erneut unter die Lupe genommen.
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AthenDie „Troika“ von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) hat ihre Arbeit in Athen unverrichteter Dinge vorerst beendet. „Sie (die Troika) wird wieder im Januar kommen“, erklärte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras am frühen Dienstagmorgen im griechischen Fernsehen. IWF-Vertreter Poul Thomsen hatte am Vorabend erklärt, es habe „einige Fortschritte gegeben“.

Unklarheit herrschte am Dienstagmorgen über die Auszahlung einer seit Sommer ausstehenden Tranche der Griechenlandhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro. „Es gibt noch keine Einigung“, erklärte Finanzminister Stournaras. Mit einer Entscheidung der Eurogruppe rechnete er aber noch am Dienstagabend. Das Euro-Krisenland übernimmt am 1. Januar für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Sowohl Brüssel als auch Athen hoffen, dass die griechische Regierung ohne die Last der endlosen Verhandlungen über diese Tranche die Arbeit aufnehmen kann.

Wie ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa sagte, hat es eine Teileinigung gegeben, die „möglicherweise“ zur Freigabe des Geldes führen könnte. Die Troika und die Regierung hätten sich auf eine Verschlankung der staatlichen griechischen Munitions- und Waffenfabriken (EAS) geeinigt. Demnach sollen fast 500 Beschäftigte entlassen werden. Die Munitionsfabriken sollen mit deutlich weniger Mitarbeitern weiter produzieren. Quellen der Troika in Athen wollten dies nicht kommentieren.

Keine Einigung gab es dagegen vor allem über die Höhe des Fehlbetrages im Haushalt 2014. Unklar ist auch, wie die erwarteten Löcher gestopft werden sollen. Aus diesem Grund wird die Troika Mitte Januar in Athen erneut erwartet. Die Euro-Finanzminister hatten bei ihrem Treffen Anfang vergangener Woche weitere Anstrengungen von Athen gefordert und die Regierung davor gewarnt, vom harten Reform- und Sparkurs abzukommen.

Die wirtschaftliche Lage des Euro-Krisenlandes ist nach wie vor sehr schwierig. Griechenland kämpft gegen eine Rekordarbeitslosigkeit von 27 Prozent und anhaltenden Preisverfall. 2014 soll es erstmals nach vielen Jahren ein minimales Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent geben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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