Troika-Verhandlungen
Griechenland unter Druck

Beim von der Troika auferlegten Reformkurs muss die griechische Regierung Versäumnisse einräumen. Etwa bei der Privatisierung des öffentlichen Dienstes hinkt das Land hinterher. Die Griechen hoffen auf Nachsicht.
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AthenUnter hohem Druck aus dem In- und Ausland startet Griechenlands angeschlagene Regierung am Montag in die Verhandlungen mit der Troika über die nächste Kapitalspritze. Vertreter der drei internationalen Geldgeber - EU, IWF und EZB - sondieren bei ihren Gesprächen am Nachmittag, ob sie dem klammen Euro-Land die nächste Tranche überweisen können. Ministerpräsident Antonis Samaras geht nach eigenen Worten zwar zuversichtlich in die Verhandlungen und hofft auf eine Freigabe der 8,1 Milliarden Euro bis Monatsende. Doch bei dem von der Troika auferlegten Reformkurs muss die Athener Regierung Versäumnisse einräumen. Sie hat zugleich mit einer nur noch hauchdünnen Mehrheit im Parlament immer weniger Spielraum für den unbeliebten Sparkurs.

Griechenland hinkt bei der Privatisierung und der Reform des öffentlichen Dienstes hinter den Auflagen der Troika hinterher. So fand sich für den Gasversorger DEPA kein Käufer, und der Abbau von 12.500 Stellen im öffentlichen Dienst wurde nicht fristgerecht in die Wege geleitet. Das Risiko für Griechenland ist groß, denn bei einem Scheitern der Verhandlungen könnte der IWF gemäß seiner eigenen Satzung zum Rückzug aus dem Hilfsprogramm gezwungen sein.

Ministerpräsident Samaras steckt damit in einer Zwickmühle, weil er nach dem Verlust eines Koalitionspartners keinen Rückhalt im Parlament mehr für neue Sparmaßnahmen sieht. Die als Dreier-Koalition an den Start gegangene Regierung war seit den letzten Troika-Verhandlungen an der Krise um die Schließung des Staatsrundfunks ERT zerbrochen. Finanzminister Yannis Stournaras sollte um 16.00 Uhr in ein erstes Gespräche mit Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Union (EU) und Europäischer Zentralbank (EZB) starten. Griechische Medien berichteten, die Troika könne die Hilfstranche noch einmal stückeln und erst nach Erreichen bestimmter Reformziele in drei Teilen auszahlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Klingt ein bischen wie eine Rede von den Rechtsradikalen."
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    Ist es aber nicht! Ich bin nur verdammt sauer, wenn unsereins hier buckelt, über alles summiert fast 70% Steuern und Abgaben abdrückt und Deutschland Haftungsrisiken und Target 2 Salden hat, die einem, mit Verlaub, die Sprache verschlagen. Wenn man dann sieht, daß sich in Griechenland und anderen Südländern nichts bewegt, immer der gleich Trott herrscht, immer noch sehende Blinde ihre Blindenrente und Tote ihre normale Rente bekommen, wenn superreiche Reeder immer noch nicht angemessen zu Kasse gebeten werden und statt dessen die "Eliten" Griechenlands ihre Vermögen außer Landes schaffen, dann ärgert das einfach. Bei wem das Geld letztlich landet, ist mir dabei herzlich egal. Und ich denke, vielen anderen Bürger unseres Landes auch. Was im süden abläuft, ist hier einfach nicht mehr vermittelbar. Mit rechtsradikal hat das genau nichts zu tun. Die Euro-Zone wurde mit No Bail Out Verträgen gegründet und diese Verträge sind einfach 100%ig einzuhalten und nicht nach Gusto zu brechen!

  • Klingt ein bischen wie eine Rede von den Rechtsradikalen. Wenn Sie ein bischen Ahnung von Wirtschaft oder Politik hätten, wűssten Sie wer am meisten aus dieser Krise profitiert. Und Geldgeschenke gibts in der EU garntiert nicht.
    P.s. wenn man bei der tollen Deutschen Arbeitsmark Statistik die Zeitarbeiber die oft von ihrem Lohn nicht leben kőnnen, und die ganzen anderen atypischen Beschäftigungsformen wie Minijobs (7;5 Mio!!!!! lest es nach) zur statistik hinzufűgt, denn von 400 euro kann niemand leben, dann sind wir vin den Sűdländern gar nicht so weit weg.....also erstmal selber auf die eigene lage gucken, bevor man menschen und länder verurteilt, in denen man noch nie gewesen ist, geschweige dort gearbeitet hat, um etwas vernűftig beurteilen zu kőnnen...

  • Es ist wieder nur von Öl-und Gas-Vorkommen die Rede. Ich möchte zum wiederholten Mal auf die großen explorierten und seit Jahren auf Fördergenehmigungen wartenden Gold und Industrie-Metall Vorkommen aufmerksam machen.
    Nach genauer Recherche gibt es im NO Griechenlands auf der Chalkidiki Halbinsel folgende Industrie-Metalle und Gold-Vorkommen die im Internet leicht überprüfbar sind.

    Perama Hill
    erwartete durchschnittliche Goldproduktion 110.000 Unzen pro Jahr

    Olympias
    Vorkommen: Gold, Silber, Blei und Zink
    geprüfte und mögliche Ausbeute ( 4,1 Millionen Unzen Gold, 58.8 Millionen Unzen Silber, 599.000 t Blei und 796.000 t Zink)

    Skouries
    Vorkommen: Kupfer und Gold (bei Kupfer-Vorkommen fällt meistens auch Gold an),
    geprüfte mögliche Ausbeute ( 3,6 Millionen Unzen Gold und 736.000 t Kupfer)

    Stratoni
    Vorkommen: Silber, Blei und Zink
    geprüfte mögliche Ausbeute (10 Millionen Unzen Silber, 110.000 t Blei und 150.000 t Zink)

    Die Vorkommen sind seit der Antike bekannt und befinden sich nach mehreren neuzeitlichen Besitzerwechseln (Normandy Mining, Frontier Pacific Mining, European Goldfields) im Besitz des kanadischen Bergbauunternehmens "Eldorado Gold Corporation". Eldorado hat zwei 100-prozentige griechische Tochterunternehmen, ( Thracean Gold Mining S.A. und Hellas Gold) die in der Internet-Anwendung von Eldorado als Eigentümer genannt sind.
    Das gesamte Gebiet der Vorkommen erstreckt sich über 38 Quadratkilometer. Nach hartem Ringen sind immer mal Konzessionen erteilt, aber nach Regierungswechseln auch wieder für ungültig erklärt worden. Hiervon ist besonders das Perama Hill Projekt betroffen. Hier wartet man seit Anfang 2012 auf Lizenzen, die obwohl fest zugesagt, immer noch nicht erteilt worden sind.

    Sie können sich über die einzelnen Vorkommen und den erreichten Status mittels der Internet-Anwendung von " Eldorado Gold Corporation" Adresse: " www.eldoradogold.com" informieren.

    Fortsetzung folgt

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