Trotz der Forderung von Russland, den USA und der EU
Iran will Uran in jedem Fall anreichern

Der Iran pocht auf sein Recht zur Uran-Anreicherung. Das Land nannte aber keinen Zeitpunkt, wann es wieder mit dem umstrittenen Verfahren beginnen werde.

HB TEHERAN. „Die internationale Gemeinschaft sollte das Recht des Iran auf die Anreicherung von Uran anerkennen“, sagte der iranische Präsident Mohammed Chatami am Mittwoch in Teheran. Werde dieses Recht anerkannt, sei der Iran auch offen für weitere Zusammenarbeit. „Der Iran ist bereit, seine Aktivitäten unter die Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu stellen und die Welt zu überzeugen, dass das Land nicht nach Atomwaffen strebt“, sagte Chatami.

Die USA, die Europäische Union (EU) und Russland haben den Iran eindringlich aufgefordert, den Forderungen der IAEA nachzukommen und die Uran-Anreicherung auszusetzen. Angereichertes Uran kann sowohl als Brennstoff für Atomkraftwerke als auch für den Bau von Atomwaffen verwendet werden.

Der Iran hatte am Sonntag eine Resolution der IAEA zurückgewiesen, in der der Stopp der Anreicherung gefordert wird. In letzter Konsequenz hat das Land im Atomstreit mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag gedroht. Die IAEA könnte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) einschalten, der Sanktionen verhängen kann.

Der Iran hatte am Dienstag mitgeteilt, seine Vorbereitungen zur Uran-Anreicherung seien angelaufen. Das Land habe begonnen, 37 Tonnen unverarbeitetes Uran (Yellowcake) in Uranhexafluorid umzuwandeln. Dies ist das Ausgangsmaterial für die Anreicherung von Uran bis hin zur Waffentauglichkeit. Wenn der Yellowcake komplett in Uranhexafluorid umgewandelt worden ist, könnte der Iran Atomexperten zufolge in der Lage sein, genug Material für bis zu fünf Atombomben anzureichern.

Die EU warnte in der Nacht zum Mittwoch den Iran vor dem Bau von Atomwaffen. Dies werde die EU nicht tolerieren, sagte der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana, der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der UN-Generalversammlung in New York.

Die USA werfen dem Iran vor, hinter seinem zivilen Atomprogramm den Bau von Atomwaffen zu verbergen. Der Iran weist dies zurück. Die Beschaffung bestimmter Materialien oder nukleare Experimente stünden ausschließlich im Zusammenhang mit der Nutzung der Atomkraft für die Energiegewinnung, argumentiert das Land.

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