Trotz Drohungen
Südkorea hält an Artilleriemanöver fest

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich weiter zu: Nordkorea warnt im Konflikt um geplante südkoreanische Militärübungen vor einer Katastrophe. Der Weltsicherheitsrat trifft sich zu einer Krisensitzung.
  • 3

HB SEOUL. Die Spannungen zwischen beiden koreanischen Staaten nehmen weiter zu. Wegen geplanter südkoreanischer Schießübungen nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer drohte Nordkorea dem Nachbarn. Nordkoreas Militär werde „gnadenlos“ zurückschlagen, sollte die Grenze zu seinem Hoheitsgewässer verletzt werden, warnte das Außenministerium in Pjöngjang am Samstag. Trotz der Warnungen will Südkorea an seinem Manöverplan festhalten. China und Russland wollten sich bei einer Sondersitzung des UN- Sicherheitsrats noch am Sonntag um Entspannung bemühen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Kollege Yang Jiechi vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen der beiden Vetomächte in der Koreafrage. Das berichteten am Sonntag russische Medien. „Russland ist bereit, sich zusammen mit China um eine Milderung der Spannungen auf der (koreanischen) Halbinsel zu bemühen“, wurde Lawrow zitiert. Der Sicherheitsrat wollte um 11.00 Uhr (17.00 Uhr MEZ) zusammenkommen.

China hatte zuvor erneut seine Besorgnis wegen der Spannungen auf der Halbinsel bekundet. Die Lage sei „extrem unsicher, hochkompliziert und sensibel“, hieß es in einer Erklärung von Vizeminister Zhang Zhijun, aus der die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte.

Grund für die jüngste Eskalation sind Artillerieübungen, die die südkoreanischen Streitkräfte bis zum Dienstag auf der Insel Yonpyong durchführen wollen - nahe der umstrittenen Seegrenze. Bei dem nordkoreanischen Artillerieüberfall auf die Insel am 23. November waren vier Menschen getötet worden. Pjöngjang nahm die angekündigten Übungen des Nachbarn zum Anlass zu massiven Drohungen an die Adresse Seouls.

Die geplanten Übungen würden es unmöglich machen, „zu verhindern, dass die Situation auf der koreanischen Halbinsel explodiert und es zu einer nachfolgenden Katastrophe kommt“, wurde das nordkoreanische Außenministerium von den staatlichen Medien zitiert. Das Militär halte keine leeren Reden.

Nordkoreas Außenminister kritisierte am Samstag zudem die USA dafür, etwa 20 Soldaten ihrer in Südkorea stationierten Truppen nach Yonpyong entsenden zu wollen, um die Schießübungen zu unterstützen. Die US-Soldaten würden als „menschliche Schutzschilde“ dienen, hieß es.

Südkoreas Militär werde sich mit Blick auf die Schießübungen durch die nordkoreanischen Drohungen und die diplomatische Situation nicht beeinflussen lassen, zitierte die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Sprecher des Generalstabs. Wann genau die eintägigen Übungen stattfinden, war am Wochenende aber noch unklar. Der Zeitpunkt hänge von den Wetterverhältnissen ab, hieß es aus Militärkreisen.

Kommentare zu " Trotz Drohungen: Südkorea hält an Artilleriemanöver fest"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • endlich hat sie es mal gesagt, war das so schwer??

  • Die Kontinentalen Kernwaffentests
    der USA,Russlands oder auch von Frankreich in Nordafrika hatten keinen Einfluss auf Europa, und es waren nicht wenige !
    Wenn sich nun der Norden und der Süden Koreas Nuklear einäschern , und es auf diese Region begrenzt bleibt,nehmen wir in Europa wohl Notiz davon, das wars dann aber auch .

  • Russland dürfen wir insiderwissen unterstellen ,
    zumindest wenn es um das Nuklearprogramm in China,iran und natürlich Nordkorea geht .
    in dem Moment als Korea erste ''Arbeiten'' zur Vorbereitung der Anwendung einer Atomwaffe begannen , hat Russland ''Notiz''davon bekommen , und eine Dringlichkeitssitzung einberufen .
    Wir dürfen also sicher sein, das die Lage ernst ist .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%