Trotz EU-Kritik
Putin lässt sich nicht von Syrien-Kurs abbringen

Russlands Präsident Putin hat sich dem Druck der EU im Syrien-Konflikt nicht gebeugt. Der europäische Versuch, Russland zu Sanktionen gegen Präsident Assad zu gewinnen, ist beim gemeinsamen Gipfel gescheitert.
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St. PetersburgRusslands Präsident Wladimir Putin hat sich auch von der EU nicht zu einem schärferen Kurs gegenüber dem syrische Regime bewegen lassen. „Wir müssen noch gemeinsame Botschaften finden“, gestand EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nach einem EU-Russland-Gipfel am Montag in St. Petersburg den gescheiterten Versuch ein, Putin für Sanktionen gegen Präsident Baschir Assad zu gewinnen. Zugleich appellierte Van Rompuy auf der gemeinsamen Pressekonferenz erneut an Russland: „Wir müssen unsere Bemühungen zusammenlegen, um die Gewalt zu stoppen und einen Bürgerkrieg zu verhindern.“

Das Blutvergießen in Syrien war einer der Schwerpunkte des zweitägigen Gipfels zwischen der EU-Spitze und dem in den Kreml zurückgekehrten Putin. Der nahm auf der Pressekonferenz keine Stellung zu Syrien. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax beklagte er aber eine „einseitige“ Position der Europäer. Außenminister Sergej Lawrow hatte vorab bezweifelt, dass das Gipfeltreffen eine Annäherung der Positionen im Syrien-Konflikt bringe.

Moskau hat im UN-Sicherheitsrat gemeinsam mit China bislang Sanktionen gegen Assad verhindert. EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton betonte, der Kreml habe eine „Schlüsselrolle“, damit der Waffenstillstandsplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan umgesetzt werden könne. Deswegen wolle man sehr eng mit Russland zusammenarbeiten. Ratschef Van Rompuy sagte, zwar beurteilten Brüssel und Moskau die Situation nicht einheitlich. „Aber wir stimmen vollständig darin überein, dass der Annan-Plan die beste Möglichkeit ist, Frieden zu schaffen.“

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich frage mich wann diesen Kriegstreibern endlich die Stimme entzogen wird. ES GIBT KEINE SYRISCHEN REBELLEN, ODER FREIHEITSKÄMPFER. Es sind bezahlte Söldner und Verbrecher, die das Land destabilisieren und unter "westliche" Kontrolle bringen wollen. Wenn diesen Söldnern die Mittel entzogen werden, kehrt am schnellsten Ruhe ein und das Land wird sich selbst am besten zu helfen wissen.

  • Sie sind immer noch aus der vergangenheit nicht aufgewacht wie so manch einer? Wieso nennen sie den Frau Merkel nicht SED-Funktionärin?

    Man muss nicht Assad stoppen oder gar beinflüssen, sondern die Terroristen, welche von CIA und Öl-Sheichs finanziert in Syrien ungestraft morden!...und Versuchen die Verantwortung für die Taten auf Assad zu schieben!

    Humanitäre Katastrophe wollen sie verhindern??? ...etwa so wie in Afganistan, oder Libyen oder Irak ...oder...oder...oder, da kann man endlos aufzählen wie viel Wohlstand der Westen mit ihrer humanitärer Hilfe gebracht hat! Lernen sie eigentlich nichts aus der Geschichte???

    Informieren sie sich lieber über den kalten Krieg, und Beteiligung der USA an illegitimen und rechtswidrigen Kriegen, insbesondere bei der Zerstörung von Demokratien und Installation von Militärjuntas und Monarchen!!!

  • Putin der KGB-Mann an der Spitze Russlands sollte bedenken, das Russland mit den Strudel eines Bürgerkrieges gezogen wird und isoliert dasteht, wenn die Gewalt in Syrien eskaliert.

    Wie kann man Assad noch "stoppen oder gar beeinflussen"? evtl. hier Schwachpunkte bei der Geheimpolizei und dem Familienclan suchen oder eigentlich sollte jetzt mal auch der Islamische Religionswächter und Oberhaupt was dazu sagen, denn Inschallah - das kann es nicht sein!

    Die Ohnmacht der westlichen Welt spiegelt eine humanitäre Katastrophe wieder die auf den Rücken unschuldiger Zivilisten ausgetragen wird, die doch nur eines wollen, ein bischen Wohlstand und Jobs samt Bildung und Auskommen für ihre Familien.

    Ansonsten bleibt wohl nur noch "Operation Geronimo"2.0 Tabula rasa! ein Militärschlag wäre fatal für alle Seiten und nicht durchführbar, außer mit "Hochmodernen Drohnen der next Generation"..

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