Trotz Homs
Regimegegner glauben an Sturz des Regimes

Ein Symbol-Viertel haben die Gegner des syrischen Präsidenten Assad verloren. Nach unbestätigten Berichten kam es da zu öffentlichen Hinrichtungen. Doch die Hoffnung auf den Sturz des Regimes bleibt.
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IstanbulMit Angst und Sorge verfolgen die syrischen Revolutionäre an diesem Freitag die Nachrichten über Festnahmen und Hinrichtungen in Baba Amro. Einer von ihnen ist Amer, der seit Monaten aus dem Untergrund hilft, die Logistik des Widerstandes gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu organisieren. Er sagt: „In den Vierteln der Revolutionäre fehlt es an allem, an Waffen, Munition, Medikamenten, Lebensmitteln, Strom und Wasser.“ Das Viertel Baba Amro in Homs, das sich in den vergangenen Wochen zu einem Symbol des Widerstands entwickelt hat, sei deshalb nicht mehr zu halten gewesen, erklärt er. Die Deserteure flohen. Zurück blieben mehrere Tausend Zivilisten, die nun vom Roten Kreuz Hilfsgüter erhalten sollen.

Doch was passiert vor dem Eintreffen der Helfer? In den Foren der Opposition ist von Massenfestnahmen und öffentlichen Hinrichtungen die Rede. Da humanitären Helfern bislang der Zugang zu den Hochburgen der Protestbewegung weitgehend verwehrt worden war, musste alles Lebensnotwendige in den vergangenen Monaten heimlich beschafft werden. „Insgesamt 54 Menschen sind als Märtyrer bei dem Versuch gestorben, Hilfsgüter wie Medikamente und Blutkonserven zu beschaffen“, erklärt Amer.

Vor allem die Grenze zu Jordanien sei inzwischen fast unpassierbar geworden. Die von Assads Bruder Maher kommandierte 4. Division der Armee habe dort im Grenzgebiet mit modernen Waffen und Nachtsichtgeräten aus Russland Stellung bezogen. „Die humanitäre Hilfe und logistische Unterstützung für die Freie Syrische Armee sind der Schlüssel zu unserem Sieg“, schreibt die Oppositionelle Suhair al-Atassi auf ihrer Facebook-Seite.

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