Trotz neuer Autobomben-Anschläge
Allawi spricht von mehr Sicherheit im Irak

13 Menschen sind im Irak am Donnerstag bei zwwei Autobomben-Anschlägen getötet worden. Trotzdem spricht Iljad Allawi, Ministerpräsident der Übergangsregierung, von einer sich stetig verbessernden Sicherheitslage.

HB BAGDAD. „Die Regierung des Iraks ist entschlossen, gegen den Terrorismus und die Kräfte des Bösen zu gewinnen“, sagte er vor Journalisten in Bagdad und kündigte zugleich die Gründung eines neuen Geheimdienstes an.

Bei einem Autobombenanschlag vor einer Polizeiwache in Haditha, 250 Kilometer nordwestlich von Bagdad, wurden am Morgen mindestens zehn Menschen getötet. 27 weitere Menschen wurden nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira verletzt. Außerdem explodierte in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela eine Autobombe nahe des Hauptquartiers der bulgarischen Truppen. Drei Insassen sprengten sich nach Augenzeugenberichten mit dem Wagen in die Luft. Wie ein Polizeisprecher berichtete, hatten Polizisten die Männer verfolgt.

In Kerbela demonstrierten am Donnerstag rund 1000 Menschen gegen den Terrorismus. Außerdem forderten sie die Todesstrafe für Ex- Machthaber Saddam Hussein. An einer ähnlichen Demonstration im Zentrum von Bagdad beteiligten sich rund 250 Menschen. Einige ältere Demonstranten hielten Bilder von Verwandten hoch, die unter dem alten Regime gefoltert und ohne Gerichtsverfahren hingerichtet worden waren.

Der geplante neue Geheimdienst soll lediglich Informationen sammeln, „wird aber niemanden festnehmen, sondern mit der Justiz und der Polizei zusammenarbeiten“, sagte Innenminister Falah el Nakib dem Sender El Dschasira. Für die neue Geheimdienst-Agentur sollten Mitarbeiter der alten Geheimpolizei (Mukhabarat) des Saddam-Regimes gewonnen werden. Es kämen aber nur solche Ex-Agenten in Frage, die „sowohl Erfahrungen haben wie auch saubere Hände“, sagte der Minister auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Regierungschef.

Allawi hat nach eigenen Worten mehrere Staaten um die Entsendung von Soldaten zur Unterstützung der multinationalen Truppen im Irak gebeten. Konkret nannte er Pakistan, Indien, Marokko, Oman und Ägypten. Er bekräftigte seine Position, dass Kontingente aus Nachbarländern wegen der damit verbundenen Interessenkonflikte nicht erwünscht sind.

Die tschechische Regierung beschloss unterdessen ihr militärisches Engagement im Irak zum 31. Dezember zu beenden. Das Mandat der rund 100 Militärpolizisten laufe dann aus und werde nicht verlängert, teilte das Verteidigungsministerium in Prag mit.

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