Trotz Rezession
Griechenland macht Fortschritte bei Haushaltssanierung

Im Gegenzug für milliardenschwere Hilfen haben EU und IWF Griechenland ein Haushaltsdefizit von maximal 8,1 Prozent in diesem und 7,6 Prozent im nächsten Jahr vorgeschrieben. Und trotz Rezession sieht es gut aus: Das hoch verschuldete Land macht Fortschritte bei der Haushaltssanierung und wird die Vorgaben nach eigener Berechnung einhalten.
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HB ATHEN. Das hoch verschuldete Griechenland macht trotz anhaltender Rezession Fortschritte bei der Haushaltssanierung. Das Euro-Land wird die Vorgaben von Europäischer Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem und im nächsten Jahr nach eigener Berechnung einhalten. Das Staatsdefizit werde 2010 auf 7,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sinken, kündigte die Regierung am Montag in Athen an. Die EU und der IWF hatten dem finanziell angeschlagenen Land im Gegenzug für Milliardenhilfen vorgeschrieben, sein Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 8,1 Prozent zu drücken.

Für 2011 rechnet Athen noch mit einer Neuverschuldung von sieben Prozent des BIP. Hier verlangen EU und IWF maximal 7,6 Prozent. Vergangenes Jahr hatte die Quote noch 13,7 Prozent betragen. "Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich aus diesem Tunnel herauszukommen", sagte Ministerpräsident Giorgios Papandreou.

Das südeuropäische Land rechnet für 2011 mit dem dritten Rezessionsjahr in Folge. Die Regierung in Athen prognostizierte in ihrem Haushaltsentwurf für 2011 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 2,6 Prozent. Für dieses Jahr kalkuliert sie mit einem Wirtschaftseinbruch von vier Prozent.

Die Staatseinnahmen sollen im nächsten Jahr um 8,2 Prozent steigen nach zehn Prozent 2010. Wegen höherer Zinszahlungen dürften aber auch die Ausgaben 2011 wieder um 1,5 Prozent höher ausfallen. Dieses Jahr sollen sie um 7,6 Prozent gesenkt werden.

EU und IWF hatten Griechenland im Mai mit einem milliardenschweren Hilfspaket im Volumen von 110 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen.

Die EU-Kommission begrüßte derweil die jüngsten Hilfsangebote Chinas für Griechenland. "Die Unterstützung durch Investitionen und Importe wird die griechische Wirtschafterholung vorantreiben", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. China hatte Griechenland am Wochenende faktisch eine Geldspritze aus seinen gigantischen Währungsreserven angeboten. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sagte am Samstag zu Beginn eines zweitägigen Besuches in Athen, sein Land habe bereits griechische Staatsanleihen gekauft und neige dazu, dies auch in Zukunft zu tun, sobald Griechenland Kredite am Finanzmarkt aufnehmen wolle.

Griechenland hat sich zuletzt am Kapitalmarkt lediglich sehr kurzfristig mit Geld versorgt. Langfristige Anleihen will die Regierung erst wieder im Laufe des kommenden Jahres auflegen.

Beide Länder unterzeichneten zudem ein Rahmenabkommen für künftige Investitionen. Griechische und chinesische Unternehmen vereinbarten anlässlich des Besuchs gemeinsame Projekte in der Schifffahrt, Telekommunikation, im Tourismus und der Baubranche.

Kommentare zu " Trotz Rezession: Griechenland macht Fortschritte bei Haushaltssanierung"

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  • Wenn man mich fragt, wer das größere Schlitzohr sei, der Chinese oder der Grieche?
    Ohne wenn und aber: Der Chinese!
    ...Lese jetzt mal den Artikel über die griechisch-türkische Freundschaft. Da gibts was zu lachen.

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