Trotz Schuldenkrise
EZB kauft weiter keine Staatsanleihen auf

Trotz der verschärften Schuldenkrise kauft die Europäische Zentralbank weiter keine Staatsanleihen auf und erhöht damit den Druck auf Regierungen.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) machte zuletzt die 16. Woche in Folge keinen Gebrauch von ihrem Ankaufprogramm, wie aus veröffentlichten Zahlen der Zentralbank hervorging. Damit blieb der Wert der bislang gekauften Papiere bei 74 Milliarden Euro.

In der vergangenen Woche verschärfte sich die Krise, weil Investoren befürchten, dass die Krise Griechenlands auf Italien oder Spanien übergreift. Sie fordern inzwischen deutlich höhere Renditen für Staatsanleihen aus diesen beiden Staaten.

Weil zwischen dem Kauf und der Abrechnung von Anleihen durch die EZB etwa drei Tage vergehen, könnten die Währungshüter am Ende der vergangenen Woche Papiere gekauft haben. Experten bezweifeln dies allerdings. Sie gehen davon aus, dass die EZB den Druck auf die Regierungen verstärken will, eine Lösung der Krise zu finden. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone kommen am Donnerstag zu einem Sondergipfel zusammen.

Das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen, das es seit dem vergangenen Jahr gibt, ist hochumstritten. Die EZB und die 17 Notenbanken in dem Währungsgebiet können damit Staats- und Unternehmensanleihen von Banken und anderen Investoren kaufen, nicht aber direkt von Regierungen. Damit wird indirekt der Markt gestützt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die EZB kauft die Staatsanleihen vielleicht nicht selbst auf, sondern räumt beispielsweise Griechenland einen Kredit ein, damit es sie aufkauft. Der Kredit wäre dann trotzdem futsch und wer dafür bürgen wird, ist eh klar: Deutschland.

  • Die Menge von ca. 75 Mrd. ist glaubhaft, dies wurde vom EZB-Vertreter auch dem BVerfG am 5. 7. 2011 so mitgeteilt. Trichte hat genug Abfall eingesammelt und die EZB zu Komplizen des Komplott der Banken und Regierungen gemacht. Er ist aber so klug, die Zeichen der Zeit zu verstehen. Damit hat er sich eine gewisse Chance erhalten, bei seinem Abschied eine EZB zu übergeben, die nahzu aus eigener Kraft (und nicht nur mit Buchhaltertricks) bei bis dahin konstanten Krisenlevel sich oberhalb der eigenen Insolvenzgrenze behaupten könnte und ohne eine sofortige Nachschußpflicht der EZB-Gesellschafter auszulösen. Außerdem - wie Merkel auch - hütet sich Trichet, Entscheidungen zu fällen, ohne daß klar ist, wie das Spiel in den USA tatsächlich ausgehen wird. Man wird sich in letzter Minute irgendwie einigen, nur damit wird eine baldige Rating-Absenkung für die USA wohl nicht mehr abzuwenden sein.

  • Die EZB ist pleite. 444 Mrd. Schuldpapiere der PIIGS bei nur 11 Mrd Eigenkapital.

    Lt. der SPD soll der deutsche Steuerzahler für die EU bluten. Meine Güte, dieses verlogene Politikerpack soll sich seine EU sonst wo hin stecken.

    Mittlerweile bin ich so sauer, dass ich es gar nicht mehr vornehm ausdrücken will.

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