Trotz Schuldenkrise
Rumänien hält an Euro-Einführung fest

Bis 2015 will Rumänien die europäische Gemeinschaftswährung einführen. Daran ändert auch das ewige Auf und Ab in der Schuldenkrise offenbar nichts. Sogar ein früherer Zeitpunkt sei denkbar.
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BukarestUngeachtet der europäischen Schuldenkrise hält Rumänien offenbar am Ziel der Euro-Einführung bis 2015 fest. Premier Emil Boc und Nationalbankchef Mugur Isarescu bekräftigten diesen Plan bei einer Sitzung des sogenannten interministeriellen Komitees, das die Euro-Einführung vorbereiten soll, wie das Nachrichtenportal punkto.ro am Dienstag berichtete. Demnach war dem Beschluss eine eingehende Analyse der Lage in der Eurozone und der internationalen Wirtschaftsentwicklung vorangegangen. Die Einhaltung der Maastricht-Bestimmungen für einen Beitritt zur Währungsunion halte die rumänische Regierung für „machbar“.

Zentrale Konvergenzkriterien sind ein Staatsdefizit von maximal drei Prozent und eine Gesamtverschuldung von höchstens 60 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Schuldenlast Rumäniens nur bei knapp über 30 Prozent. Das Defizit erreichte 2010 jedoch 6,6 Prozent. Die rumänische Regierung hatte vergangene Woche allerdings einen Sparhaushalt lanciert, mit dem sie das Defizitkriterium bereits im kommenden Jahr erfüllen will. Wichtigste Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, seien die Privatisierung gut wirtschaftender Gehälter von Staatsbediensteten sowie die Renten sollen eingefroren werden.

Zuletzt hatte der Chefvolkswirt der Nationalbank, Valentin Lazea, die Regierung zu weiteren Sparmaßnahmen gedrängt. Selbst bei einem Wachstum von vier Prozent sei das Drei-Prozent-Ziel sonst nicht zu erreichen, sagte er. Experten prognostizieren derzeit ein Wachstum von zwei Prozent für 2012. Besser schätzt Lazea die Situation bei der Inflation ein, die laut Maastricht-Vertrag maximal 1,5 Prozent höher liegen darf als in den drei preisstabilsten Euro-Staaten. Zuletzt erreichte die Jahresinflationsrate in Rumänien mit 3,5 Prozent den niedrigsten Wert seit 1990.

Die Wirtschaft unterstützt den Regierungsplan zur schnellen Euro-Einführung. Der Vorsitzende des rumänischen Außenhandelsverbands, Mihai Ionescu, sprach sich nach der Sitzung des interministeriellen Komitees ebenfalls für das Zieldatum 2015 aus. Auch eine frühere Euro-Einführung sei denkbar, zitierte punkto.ro den Verbandschef. Die rumänischen Exporte seien zu mehr als zwei Dritteln eng mit der Eurozone verbunden. Ionescu verwies zudem auf den „Währungsstress“, von dem die rumänische Wirtschaft durch einen Beitritt zum Euro-Raum befreit würde.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Beitritt von Rumänien und Bulgarien zur EU erfolgte sicher 10 Jahre zu früh. Nun möchten diese beiden Länder, in denen die Korruption innerhalb der EU absolute Spitzenwerte erreicht, auch noch dem Schengen-Abkommen beitreten und den EURO einführen. Also freie Fahrt für freie Verbrecher. Wenn das dann nicht schnell genug geht, werden vor allem Frankreich und Deutschland von den dortigen Spitzen-Politikern übelst beleidigt.
    Es wäre sicher sehr überzeugend, wenn diese beiden Länder dafür sorgen würden, das hier straffällig gewordene Bürger schnellstmöglich in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Wen wundert es, wenn immer mehr Bürger in den zivilisierten EU Ländern der Ansicht sind, dass sich das Monster EU seit Jahren gegen die Interessen der Bevölkerung richtet und wir nur zu dummen Zahlmeistern degradiert werden. Und dann wird uns noch erklärt, dass die EU - und vor allem der EURO - ein Segen für Deutschland ist. Für wie blöd halten uns eigentlich die Politiker???

  • @ margrit117888: "Rumänien gehört für meine Begriffe nicht mal in die EU, denn von wirklicher Demokratie kann man in diesem Land noch nicht so ganz reden."

    In dieser Beziehung passt Rumänien bestens in die EU:
    In Griechenland herrscht abwechselnd ein korruptes klientelistisches Regime. In Deutschland haben wir eine perfekte Parteien-Oligarchie, wie die beiden EFSF-Abstimmungen beweisen (ich kann deine Fresse nicht mehr sehen), und das sogar mit Kanzlerinmehrheiten wie zu DDR-Zeiten. Und wir haben gerade noch Glück gehabt, dass der frühere Hüter unserer demokratischen Verfassung die Neunerbande verhindert hat, die nach dem Willen von Ackermann/Schäuble außerparlamentarisch über 50 Milliarden vom deutschen Staatsvermögen zugunsten IIF-Ackermann und der unsoliden Euro-Staatsschuldner entscheiden sollte. Das wäre ein Demokratie-Koeffizient von 9 zu 85 Millionen Bürgern. Das ist ja schon ein Diktatur-Koeffizient!

  • # Die Einhaltung der Maastricht-Bestimmungen für einen Beitritt zur Währungsunion halte die rumänische Regierung für „machbar“. #

    Ob die rumänische Regierung weiß, dass (dann) der Art.125
    No-Bailout (keine gegenseitige oder gemeinsame Schuldenhaftung) in jeder Verfassung verankert sein muss.

    Und dass in der EZB die gleiche Stimmrechtverteilung wie beim IWF gelten. Je mehr ein Staat bezahlt, um so mehr Stimmrechte erhält er natürlich (um mit Peer zu sprechen).

    Unter diesen Bedingungen lässt sich friedlich ohne den heutigen Gipfel an Euro-Affenzirkustheater zusammenleben, wie die USA seit Jahrhunderten beweisen. Da darf der sechsgrößte Wirtschaftsraum der Welt, der Bundesstaat Kalifornien, zwischendurch mal für ein Jahr zahlungsunfähig werden, ohne dass das jemand außerhalb Kaliforniens stört, geschweige die "Märkte nervös" werden oder gar ein "Domina-Effekt" droht und dagegen ein Faierwoahll errichten werden muss.

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