Trotz Verbots: Proteste in Saudi-Arabien

Trotz Verbots
Proteste in Saudi-Arabien

Auch in Saudi-Arabien gehen die Menschen nun auf die Straße. Jegliche Formen von Kundgebungen und Protestmärschen sind in dem Königreich aber verboten. Die Polizei nahm einige Demonstranten daraufhin fest.
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RiadTrotz eines strengen Demonstrationsverbotes gehen auch in Saudi-Arabien Menschen auf die Straße, um Freiheit und Rechtstaatlichkeit zu fordern. Augenzeugen berichteten am Sonntag, etwa 40 Frauen hätten am Vortag vor dem Gebäude des Gouverneurs der Ost-Provinz in der Stadt Dammam für die Freilassung ihrer seit 1996 inhaftierten Söhne demonstriert. Mehrere Frauen und auch einige männliche Unterstützer seien von der Polizei festgenommen worden.

Einige Frauen wurden den Angaben zufolge auch geschlagen. Die neun Gefangenen waren nach dem Anschlag auf einen von den Amerikanern genutzten Luftwaffenstützpunkt in Al-Chobar festgenommen worden. Sie wurden aber nie angeklagt. Durch den Anschlag hatten damals 19 Amerikaner ihr Leben verloren.

In der Stadt Katif, die ebenfalls zur Ost-Provinz gehört, waren zuvor bereits Hunderte auf die Straße gegangen, um für die Freilassung der Inhaftierten und gegen die Diskriminierung der Schiiten zu demonstrieren. Sie riefen: „Keine Schiiten, keine Sunniten, Einheit, Einheit des Islam.“ In Saudi-Arabien, das von der sunnitischen Familie Al-Saud beherrscht wird, ist eine puritanische Auslegung des sunnitischen Islam Staatsreligion.

Das Innenministerium hatte am Samstag daran erinnert, „dass Kundgebungen und Protestmärsche im Königreich illegal sind“.

Demonstrationen verstießen gegen das islamische Recht („Scharia“) und die Traditionen des Landes, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Einige saudische Aktivisten versuchen schon seit Beginn des Aufstandes in Ägypten, via Internet zu Protestaktionen in ihrem Heimatland aufzurufen. Bislang allerdings ohne großen Erfolg. Zwei Aufrufe gibt es beispielsweise für den 11. und den 20. März.

Bislang beschränkten sich die Proteste, an denen maximal 250 Menschen teilnahmen, auf die Ost-Provinz, in der die großen Öl-Felder liegen und in der mehrheitlich Angehörige der schiitischen Minderheit leben. Der Gouverneur der Provinz, Prinz Mohammed bin Fahd, hatte schiitische Aktivisten in der vergangenen Woche in einem nicht-öffentlichen Gespräch aufgefordert, für eine Beruhigung der Lage zu sorgen. Das berichtete ein Teilnehmer dieses Gespräches.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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