Trotz Waffenrufe: Schießerei in Gaza

Trotz Waffenrufe
Schießerei in Gaza

Ungeachtet einer vereinbarten Waffenruhe kämpfen die rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas weiter. Bei Schießereien im Gazastreifen wurden am Samstag sechs Menschen verletzt, wie ein Krankenhaus bestätigte.

HB GAZA. Beide Gruppen verschleppten erneut Anhänger der gegnerischen Seite. Vertreter von Hamas und Fatah hatten am Vorabend unter ägyptischer Vermittlung vereinbart, ihre bewaffneten Einheiten von den Straßen zurückzuziehen und alle Kämpfe einzustellen. In Rafah im Süden des Gazastreifens attackierten Kämpfer der radikalislamischen Hamas ein Büro einer Studentenvereinigung. In Gaza griffen Fatah-Anhänger das von der Hamas geführte Ministerium für Informationstechnologie an. Augenzeugen berichteten aber, im Vergleich zum Vortag habe sich die Lage insgesamt beruhigt.

Bei neuen Kämpfen waren im Gazastreifen seit Donnerstag mindestens 25 Palästinenser getötet worden. Nach dem Sieg der Hamas bei Parlamentswahlen vor etwa einem Jahr sind beide Organisationen in einen Machtkampf verstrickt, der in den vergangenen Tagen eskaliert war.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) und der in Damaskus lebende Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal wollen am Dienstag in Saudi-Arabien einen neuen Anlauf zur Bildung einer gemeinsamen Regierung unternehmen. Nach Berichten aus Damaskus akzeptierten Hamas und Fatah ein Vermittlungsangebot aus Saudi-Arabien. Bisherige Bemühungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit scheiterten vor allem an der Weigerung der Hamas, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Der innerpalästinensische Konflikt überschattete Bemühungen der USA, der UN, der EU und Russlands, den Friedensprozess im Rahmen des so genannten Nahost-Quartetts wieder in Gang zu bringen. Das Quartett griff einen Vorschlag der deutschen Bundesregierung auf, wieder eine aktivere Rolle im Nahost-Friedensprozess zu spielen. Das Quartett sprach sich dabei erneut für die Schaffung eines unabhängigen und demokratischen Palästinenserstaates aus, ließ aber zugleich den Zeitrahmen offen. Die Palästinenser wurden aufgefordert, Gewalt und Terror zu beenden.

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