Trotz Waffenruhe
Blutige Kämpfe im Jemen gehen weiter

Die Waffenruhe im Jemen ist gescheitert. Bei blutigen Kämpfen zwischen Stammesgruppen und Streitkräften sind mittlerweile mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Präsident Saleh lehnt einen Rücktritt weiter ab.
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SanaaIm Jemen nehmen die Sorgen vor einem Bürgerkrieg nach dem Ende des brüchigen Waffenstillstands in der Hauptstadt Sanaa zu. Am Dienstag kam es dort wieder zu heftigen Kämpfen zwischen Stammesgruppen und den Streitkräften. Seit Sonntag seien unbestätigten Berichten zufolge mehr als 50 Menschen durch Regierungstruppen getötet worden, sagte die UN-Kommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Die Gewalt müsse umgehend enden. „Die Vereinbarung über eine Feuerpause ist vorbei“, sagte dagegen ein jemenitischer Regierungsbeamter. Trotz der wiederaufgeflammten Kämpfe, des weltweiten Drucks und der Kritik im Land hält Präsident Ali Abdullah Saleh an seiner Macht fest. Unter der 33-jährigen Regierung des Autokraten ist der Jemen nicht nur an den Rand eines Bürgerkriegs geraten. Das Land steht auch vor dem finanziellen Ruin.

Augenzeugen zufolge kam es in der Nacht zu Montag vor allem in Sanaas Stadtteil Hasaba zu schweren Auseinandersetzungen. „Die Kämpfe in der vergangenen Nacht waren die heftigsten überhaupt“, sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Es habe mehrere Explosionen gegeben. Zudem habe er Maschinengewehre gehört. Auch außerhalb der Hauptstadt kam es zu Vorfällen. „Die Situation im Jemen scheint sich zu verschlimmern“, sagte Risikomanager Tony Nunan von Mitsubishi Corp. Das Problem sei, dass der Jemen an Saudi-Arabien grenze und dort terroristische Angriffe gegen den Ölproduzenten vorbereitet würden. Das Chaos im Jemen gilt als eine Ursache für den steigenden Ölpreis.

Etwa 200 Kilometer südlich von Sanaa feuerten Regierungstruppen laut Augenzeugen auf Hunderte Demonstranten. Medizinern zufolge kamen mindestens drei Menschen ums Leben und viele wurden verletzt. Noch weiter südlich - in der jemenitischen Hafenstadt Sindschibar - setzten Kräfte der Regierung sowie Einheimische ihre Anstrengungen fort, die radikal-islamischen Al-Kaida und andere islamische Aufständische wieder aus der Stadt zu vertreiben. Sindschibar befindet sich derzeit praktisch in den Händen der Islamisten. Seit Montag kämpft Saleh wieder um die Macht in der Hafenstadt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Saba kamen dabei allein am Montag 21 Soldaten ums Leben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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