Trump-Beraterin Conway in der Kritik: „Falsch – klar über der Linie – inakzeptabel“

Trump-Beraterin Conway in der Kritik
„Falsch – klar über der Linie – inakzeptabel“

„Alternative Fakten“ – diese Wortschöpfung machte Kellyanne Conway zur bekanntesten Frau der Regierung Trump. Jetzt wirbt sie offensiv für die Modelinie von Trump-Tochter Ivanka. Führende Republikaner wenden sich ab.
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WashingtonKellyanne Conway galt im Wahlkampf als Donald Trumps Geheimwaffe. Unermüdliche redete sie den Kandidaten stark und machte das Clinton-Lager nieder. Mit großem Erfolg – sie ist jetzt eine der wichtigsten Beraterinnen des neuen US-Präsidenten. Sie erfand die Wortschöpfung „alternative Fakten“ und ein Massaker. Aus der Geheimwaffe ist längt eine Waffe geworden. Jetzt überschritt sie die nächste rote Linie: Werbung für das Unternehmen Trump.

„Kauft Ivankas Sachen“ hatte Conway am Donnerstag im Interview mit dem Sender „Fox“ gesagt. Die Kaufhauskette Nordstrom hatte die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka zuvor aus ihrem Sortiment genommen. Donald Trump wütete gegen das Unternehmen, nannte die mit schlechten Verkaufszahlen begründete Entscheidung politisch. Conway bezeichnete den Appell als „Gratiswerbung“, die sie für die „wundervolle Kollektion“ mache. „Geht und kauft es heute. Ihr könnt es im Internet finden.“ Sie selbst besitze einige Teile der Modelinie.

Für zahlreiche Mitglieder des Abgeordnetenhauses war das zu viel. Mit einem Brief bringen sie Conway jetzt in Bedrängnis: Das von führenden Republikanern und Demokraten unterzeichnete Schreiben an die Behörde zur Einhaltung von Ethikstandards übt scharfe Kritik an Conways Verhalten. Conway habe als offizielle Beraterin des Präsidenten gegen die Ethikregeln verstoßen. Ein Regierungsangestellter darf keine Werbung für ein Produkt oder Unternehmen machen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses Jason Chaffetz – ein großer Trump-Anhänger – ist einer der Unterzeichner. Conways Verhalten sei „falsch, falsch, falsch, klar über der Linie, inakzeptabel“ gewesen, sagte Chaffetz.

„Conways Interview löst extrem ernste Besorgnis aus“, heißt es in dem bemerkenswerten Schreiben, das auch der demokratische Ausschussvorsitzende Elijah Cummings unterschrieben hat. Die Abgeordneten legen der Behörde disziplinarische Maßnahmen gegen Conway nahe, die bis zur Suspendierung reichen können.

„Es handelt sich um einen klaren Verstoß gegen das Verbot, das öffentliche Amt zum privaten Vorteil zu missbrauchen“, sagte auch Don W. Fox, ehemaliger Direktor der Aufsichtsbehörde Office of Government Ethics, der „Washington Post“. Auch auf den US-Präsidenten fällt dabei ein schlechtes Licht.

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„Missbrauch des öffentlichen Amts zum privaten Vorteil“

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  • Er sagte natürlich nicht "D. Tump" sondern Donald Trump.

  • Malik Obama - Halbbruder von Barack Obama - der Wohnsitze in Washington und Kenia und eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, war ein erklärter Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

    Er sagte Mitte Okt. 2016 der "New York Post "Ich freue mich sehr, bei der Debatte dabei zu sein". Trump könne "Amerika wieder groß machen".
    Trump seinerseits sagte, er freue sich darauf, mit Malik zusammen zu sein. "Er begreift die Dinge viel besser als sein Bruder."

    Ausserdem sagte Malik Obama, D. Tump ist ein cooler Typ, ist ehrlich, er macht auch das was er sagt.
    Dies konnte man damals auch im HBO nachlesen.
    Jetzt sind wir fast 4 Monate weiter. Wie man sieht bleibt das Leben interessant und das ist doch sehr schön.

  • @Herr Toni Ebert, 10.02.2017, 16:06 Uhr

    "Also wird er auch weiterhin ein Ehrenmann sein, der sein Wort hält."

    Hoffentlich gilt das insbesondere bezüglich seines Eids auf die Verfassung.

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