Trump reist nach Israel
Warmer Empfang in Israel

Warm und freundlich wird Trump in Israel empfangen. Mehrfach wird das hohe Wort vom Frieden bemüht: für Israel, die Palästinenser, die ganze Region. Trump hat Großes vor. Aber was kann er bewirken?
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JerusalemWie fern zu Beginn alle Probleme wirken. Blauer Himmel über Tel Aviv, strahlende Gesichter, Wind spielt mit Haaren und Manuskripten. Schmetterndes Blech und der allerlängste rote Teppich begleiten den ersten Besuch Donald Trumps in Israel. Noch nie hat ein US-Präsident dieses Land so früh besucht, und Israel weiß das sehr zu schätzen. „Wahrhaft historisch“ nennt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Besuch zur Begrüßung.

Trump selbst, Präsident Reuven Rivlin, Netanjahu: Alle bemühen sie in ihren kurzen Ansprachen das Wort vom Frieden. Trump sieht eine seltene Chance für die ganze Region, betont, das gehe nur gemeinsam! Schon vor Wochen zeigte er sich in Washington überraschend sicher, Frieden in Nahost sei vielleicht doch nicht ganz so schwierig, wie das manche Leute gedacht hätten. Der selbsterklärte Großmeister schwierigster Verhandlungen will auf alle Fälle einen „Deal“ für Nahost erreichen.

Dafür, das sagt er allerdings auch, brauche man zwei willige Partner. Das könnte nur eines der Probleme sein, sind doch der Akteure in diesem Teil der Welt viele. Der Friedensprozess steht still, der Konflikt ist verkeilt und verfahren.

Allerdings schreibt die israelische „Haaretz“ am Montag: Man müsse Trump weder mögen noch ihm zustimmen - aber wenn bisher alles schief gegangen sei mit dem Friedensprozess, was habe man dann schon zu verlieren? Vielleicht, heißt es im Kommentar, sollte man ihn einfach mal probieren lassen?

Der prachtvoll inszenierte Empfang zu Beginn des kurzen Besuchs soll die Schwierigkeiten überstrahlen. Sein Besuch bietet Donald Trump die goldene Gelegenheit, sich als ernstzunehmender Staatsmann zu präsentieren. Lang sind die Schatten der Skandale aus der Heimat. Unter anderem hat er Russland laut „New York Times“ heikle Geheimdienstinformationen weitergereicht. Aus israelischer Quelle.

Offiziell ignoriert Israel den Skandal und betont immer wieder das unverbrüchliche und einzigartige Bündnis mit den USA. Doch hinter den Kulissen rumort es, auch am milliardenschweren Waffendeal Trumps mit den Saudis wird am Montag Kritik laut. Saudi-Arabien sei ein feindliches Land, heißt es aus der Regierung. Man fürchtet um die israelische Waffenhoheit, wenn Riad mit reichlich Gerät aus den USA eingedeckt wird.

Israels rechtes Lager hatte Trump nach dessen Wahlsieg euphorisch als Heilsbringer gefeiert. Politiker wie der ultra-rechte Erziehungsminister Naftali Bennett hofften, Israel könnte sich unter Trump endgültig von der ungeliebten Vision eines unabhängigen Palästinenserstaates lossagen und ungehindert mit Volldampf in den Siedlungen bauen. Doch inzwischen hat sich Katerstimmung breitgemacht.

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Warum Trump privat zur Klagemauer reist

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  • @Schemutat. Als Trump-Fan sollten sie sich nicht zuviel darauf einbilden, dass Ihr Idol von den Saudis besser behandelt wurde als eine afrikanisch stämmige Frau und ein homosexueller Liberaler.

    Trump wurde vor allem deswegen gut behandelt, weil er jede Menge Waffen verkaufen wird, mit denen der wahabitische Glaube in der Region frei gekämpft werden kann.

  • @ Herr Günther Schemutat22.05.2017, 10:28 Uhr

    die Saudis hätten jeden freundlich begrüßt, der ihnen Waffen bringt. Warum bekommt der Iran keine? Ist auch nicht schlimmer als die Saudis. Und was ist mit Assad? Warum kann man bei der Einstellung des US-Präsidenten nicht zusammen arbeiten? Alles nur Geschäft und das kann Trump. Deals! Bin ja gespannt, welchen Deal er in Brüssel aus dem Hut zaubern will.

  • @ G.Nampf

    Das Merkel ohne Kopftuch in Saudi Arabien auftrat , war keine Meldung wert. Aber
    Mischelle Obama wurde keine Hand gereicht. Den Trump Frauen gaben die Saudis die Hand. da sieht man wie viel Respekt die Saudis vor Trump haben . Ob man Merkel
    die Hand gereicht hat weis ich nicht. Kann mich nicht erinnern.

    Aber als Westerwelle noch Aussenminister war, Gott hab ihn selig, musste er über eine Stunde auf den König warten. Ich wäre nach einer halben Stunde wieder abgereist.

    Amerikaner aber lässt man nicht warten.

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