Trump über Assad
„Schande für die Menschheit“

Der mutmaßliche Giftgasangriff in Syrien führt zu diplomatischen Konflikten. US-Präsident Trump fordert Assads Rücktritt, US-Außenminister schmiedet eine Allianz. Nur der Uno-Sicherheitsrat bleibt stumm.
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Beirut/Damaskus/WashingtonDie USA wollen nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien eine internationale Koalition zur Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad formen. „Diese Schritte sind auf den Weg gebracht“, sagte US-Außenminister Rex Tillerson am Freitag. Es bedürfe einer Anstrengung der internationalen Gemeinschaft.

Zu Spekulationen, die USA könnten eine militärische Operation in Syrien vorbereiten, sagte Tillerson: „Das ist eine ernste Angelegenheit, sie erfordert eine ernste Antwort.“ Es gebe nach den in den USA vorliegenden Informationen keinen Zweifel, dass die Regierung von Assad für den Angriff verantwortlich sei, sagte Tillerson. Er forderte die russische Regierung auf, ihre Position zu Assad überdenken.

Eine Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrats zum Konflikt in Syrien endete zum zweiten Mal in Folge ergebnislost. Bei einem kurzfristig angesetzten Treffen hinter verschlossenen Türen am Donnerstag (Ortszeit) in New York, das sich bis in den späten Abend zog, kam es erneut zu keiner Abstimmung über einen von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachten Resolutionsentwurf. Stattdessen kursierten auf einmal zwei Gegenentwürfe von Russland einerseits, sowie den zehn nicht-ständigen Ratsmitgliedern andererseits.

Bereits am Mittwoch waren die 15 Mitglieder ohne Abstimmung über das von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachte Papier auseinander gegangen. Der zweiseitige Entwurf verurteilt den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien vom Dienstag scharf und fordert rasche Aufklärung. Sanktionen sieht er nicht vor. Das Thema stehe weiter auf der Tagesordnung, hieß es aus westlichen Diplomatenkreisen. Ein Termin für eine nächste Sitzung stand zunächst aber nicht fest.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump an Bord der Präsidentenmaschine gegenüber Journalisten zu drastischeren Worten gegriffen: Assad sollte nach dem Giftgasangriff zurücktreten. „Er ist dort, er hat das Sagen, also sollte etwas geschehen.“ Assad sei eine „Schande für die Menschheit“. Der Angriff in der Provinz Idlib hätte nicht passieren dürfen, „und es hätte nicht zugelassen werden sollen, dass er passiert“.

Trump wollte sich nicht dazu äußern, inwiefern die USA in Syrien eingreifen werden und ob sie das tun werden. Er werde möglicherweise mit dem russischen Wladimir Putin über die Lage in Syrien sprechen. Russland ist der wichtigste Verbündete Assads.

Syrien weist Schuldzuweisungen zurück

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich unterdessen für ein militärisches Eingreifen der USA in dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. Er hoffe, dass US-Präsident Donald Trump sich dazu entschließe, zitierte die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag Erdogan. Die Türkei sei bereit, ihren Teil dazu beizutragen.

Zwei republikanische US-Senatoren gaben Trump Empfehlungen, wie diese „schreckliche Tat“ mit mehr als 80 Toten zu bestrafen sei: John McCain und Lindsey Graham schlugen in einer gemeinsamen Erklärung vor, die syrische Luftwaffe zu zerstören. Graham fügte vor Journalisten hinzu, er denke nicht, dass der Präsident dafür die Zustimmung des Kongresses einholen müsste.

Nach der Autopsie von Opfern des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien geht das türkische Gesundheitsministerium von einem Einsatz der Chemiewaffe Sarin aus. Das teilte die Behörde in Ankara am Donnerstag zwei Tage nach der verheerenden Attacke mit.

Der syrische Außenminister Walid al-Muallim wies internationale Schuldzuweisungen zurück: „Ich betone, dass wir diese Art von Waffen nicht eingesetzt haben und nicht einsetzen werden, weder gegen Zivilisten noch gegen Terroristen“, sagte er in Damaskus. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der Regierung von Präsident Baschar al-Assad gedroht.

Aktivisten hatten nach einem syrischen Luftangriff auf die Rebellen-Stadt Chan Scheichun in der nordsyrischen Provinz Idlib von insgesamt mindestens 86 Getöteten durch die Einwirkung von Giftgas berichtet. Unter den Opfern waren auch viele Kinder. Die Autopsie im südtürkischen Adana erfolgte dem Gesundheitsministerium zufolge an drei Leichen. Rund 30 Verletzte waren zur Behandlung in die Türkei gebracht worden. Sarin ist ein Nervengas und gehört zu den giftigsten Kampfstoffen. Es wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen und kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

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  • Ich hoffe, die Wertegemeinschaft wird aus Syrien vertrieben, mit ihren Gasvorräten, damit die Leute dort wieder normal leben können.

  • @ Herr Old Harold

    Die Nachrichten haben diese Meldung gebracht und eines ist auch klar, Assad
    hat damals alle Giftgasbestände ausgeliefert. Die Fabrik zu bombardieren mag ein Fehler sein, noch größer der Fehler ,dass Rebellen über Giftgas verfügen und alle
    es wussten.

    Das Russland Assad mit Giftgas versorgt halte ich für ausgeschlossen, eher liefert Erdogan an seine Verbündeten Rebellen Giftgas aus.

  • @ Herr Günther Schemutat

    Woher wissen Sie, dass der Giftgasangriff keiner war, sondern nur einer Giftgasfabrik der Rebellen gegolten hat ?

    Waren Sie vor Ort ?

    Oder haben Sie das nur in der Prawda so gelesen ?

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