Trump will Steuerpläne präsentieren
Von 35 auf 15 Prozent

Am Abend will Donald Trump seine Steuerpläne vorstellen. Offenbar plant der US-Präsident eine massive Steuersenkung für US-Unternehmen. Die wiederum könnte die deutsche Wirtschaft hart treffen.
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WashingtonUS-Präsident Donald Trump will im Zuge seiner geplanten Steuerreform laut Medienberichten die Unternehmenssteuern massiv senken. Wie US-Medien übereinstimmend meldeten, sollen diese von 35 auf 15 Prozent heruntergefahren werden. Eine umstrittene Grenzausgleichssteuer zur Gegenfinanzierung der Steuerentlastungen soll laut Medien in den Vorschlägen aber zunächst nicht enthalten sein.

Mit einer solchen Steuer würden US-Exporteure entlastet und Importe belastet. Diese könnte insbesondere Deutschland hart treffen.

Die Bundesregierung rechnet hingegen nicht mit der Einführung einer von der deutschen Wirtschaft gefürchteten US-Importsteuer. Es gebe „Signale aus den Vereinigten Staaten, dass die Border Adjustment Tax wohl nicht kommen wird“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries am Mittwoch in Berlin. „Ich hoffe, dass sich das so realisieren wird.“ Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Mittag, dass es Insidern zufolge keine Steuer auf Einfuhren – etwa von deutschen Autos – geben solle. Stattdessen solle die Körperschaftssteuer auf 15 von derzeit 35 Prozent gesenkt werden.

Trump hatte in der vergangenen Woche gesagt, es werde am Mittwoch eine „große Ankündigung“ zur Steuerreform geben. Unklar blieb aber zunächst, wie konkret genau Eckpunkte der Reform sind, die vorgestellt werden sollen. Am Mittwochabend ist um 19.30 Uhr (MESZ) in Washington eine Unterrichtung der Medien durch Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn geplant. Mnuchin sprach in einem Interview mit „The Hill“ am Mittwochmorgen (Ortszeit) von der „größten Steuersenkung aller Zeiten“ in den USA.

Die „Washington Post“ schrieb unter Berufung auf Insider im Weißen Haus, die Steuerreform solle dazu führen, dass die Wirtschaft angekurbelt werde und mehr Jobs geschaffen werden. Auf der anderen Seite könnten die Ausgaben für die Reform aber das ohnehin schon hohe US-Defizit erhöhen.

Steuersenkungen für US-Bürger sowie Unternehmen waren eines von Trumps zentralen Wahlversprechen. Trump hatte eine „historische Steuerreform“ versprochen. Die Umsetzung aber dürfte Monate in Anspruch nehmen

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wollen wir doch einmal eines klar stellen: Steuern zahlen auch Unternehmen nur auf Gewinne. Und Gewinne werfen nur rentable Arbeitsplätze ab. Wenn das Unternehmen aber Gewinne macht und die Möglichkeit hätte, noch weitere rentable Arbeitsplätze zu schaffen, würde es das ohnehin machen. Auch mit gesenkten Steuern wird ein Unternehmen keine unrentablen Arbeitsplätze schaffen. Was macht man also mit dme zusätzlichen Geldsegen? Entweder man schüttet mehr an die Eigentümer aus, also solche Leute, die Unternehmensanteile besitzen. Trifft ja ganz sicher auf arme und/oder geringqualifizierte Amerikaner zu. Oder noch besser, man investiert in Modernisierung und Rationalisierung, neue, leistungsfähigere Maschinen, die die Arbeitsplätze noch rentabler bzw. einen Teil davon sogar überflüssig machen. Und erzielt damit noch mehr Gewinn. Nichts davon ist dazu geeignet, den armen und "von der Globalisierung abgehängten" Amerikanern zu helfen. Und ein "Ankurbeln" der US-Wirtschaft ist ohnehin kaum möglich - die Arbeitslosenquote liegt bei 4,7% und damit werden dem einwanderungsfeindlichen Herrn Trump in Kürze die qualifizierten Arbeitskräfte ausgehen. Wer dann noch arbeitslos ist, ist es aus persönlichen Gründen (Qualifikation etc.).

  • Verstehen Sie das? Im Vorspann ist zu lesen, dass Trump eine massive Steuersenkung für US-Unternehmen plant. Im nächsten Satz heißt es dann, die könnte die deutsche Wirtschaft hart treffen. Die skizzierten Aussagen stellen die Zusammenhänge auf den Kopf. Richtig ist das genaue Gegenteil. Dass eine Ankurbelung der US-Wirtschaft auch den deutschen Firmen nützt, ist sonnenklar.

  • Besser 15% von sehr vielen gewinnträchtigen Unternehmen, als 35% von so gut wie keinen!

    Trump hat erkannt, dass die hohen Steuern die Unternehmen aus den USA vertreiben.

    Diese Erkenntnis ist bei unseren Politikern noch nicht angekommen. Die Steuerlast der Deutschen zählt weltweit zu den höchsten. Wie lange das noch gut geht ist fraglich, zumal schon die Presse über den Exodus der Millionäre berichtet.

    5% der Deutschen Bevölkerung bezahlen 50% der gesamten Einkommensteuer!

    Dazu noch die europaweite Ungerechtigkeit bei der Erbschaftssteuer, die in vielen europäischen Ländern NULL % beträgt. ... Der Exodus der Millionäre ist mehr als verständlich.

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