Trumps „Buy American“ – und mögliche Folgen No more Haribo Gold Bears?

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Deutsche Maschinenbauer: „Trump spielt mit dem Feuer“
Miley Cyrus' bunter Protest und Madonnas schreckliche Gedanken
Mehr als bei der Vereidigung?
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Im Hintergrund das Kapitol in Washington D.C., im Vordergrund die National Mall, auf der immer mehr Demonstranten eintreffen. Es sollen am Samstag (Ortszeit) mit mehr als 500.000 allein in Washington fast so viele Menschen gewesen sein, wie am Vortag die Vereidigung von Donald Trump besuchten.

Nichts geht mehr in Washington
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Hunderttausende Demonstranten legten den Verkehr lahm. Die Bürger nahmen es gelassen. In dieser Stadt hatte kaum jemand für Donald Trump gestimmt.

Michael Moore
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Oscarpreisträger und Regisseur Michael Moore spricht in Washington. Er will die Partei der Demokraten hinter sich im Kampf gegen Trump vereinen.

Madonna im Gespräch mit Michael Moore
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Die Pop-Diva Madonna im Gespräch mit Michael Moore. Für Kritiker, die den Organisatoren vorwarfen, ihre Frauen-Demos würden überhaupt nichts bewirken, hatte sie am Samstag einen kurzen Hinweis parat: „Fuck you“. Später ging die Musikerin auf die Bühne...

Liebe gegen Trump
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Madonna rief eine „Revolution der Liebe“ aus. „Ja, ich habe schrecklich viel darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen“, rief die Sängerin. „Aber ich weiß, dass dies nichts ändern würde. Wir dürfen nicht der Verzweiflung verfallen.“

Schauspieler in Washington
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Auch Scarlett Johansson trat in Washington auf und hielt eine Rede.

Pop-Ikone setzt auf Mobilisierung
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Cher demonstrierte ebenfalls in Washington mit. Sie setzt auf eine große Bewegung gegen Trump – und eine Mobilisierung der Menschen wie bei den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Ob die Botschaft des Marschs bei Trump ankommt? „Es ist mir egal, was er hört. Es ist wichtig, was die Leute hören. Er wird es hören, es aber nicht beachten“, sagte Cher.

Zudem leben die USA als Importweltmeister seit Jahren ökonomisch über ihren Verhältnissen. Anders als bei Produkten „Made in Germany“ reichen die Ausfuhren aus Kalifornien, Texas, Michigan und Co. bei weitem nicht aus, den noch viel größeren Strom an Einfuhren auszugleichen. Neben den Nachbarn Mexiko und Kanada ist China einer der wichtigsten Handelspartner. Vor allem Unterhaltungs- und Haushaltselektronik kommt in Unmengen aus Asien. China allein steht für einen guten Teil des US-Handelsbilanzdefizits gerade. Ein Grund, warum die USA seit Jahren mit Peking im Clinch liegen. Der Vorwurf: China halte seine Währung künstlich billig und fördere damit seine Ausfuhren über Gebühr.

Dann klingt es doch nach einem guten Rezept, Importe zu beschneiden?

Nur auf den ersten Blick. Der US-chinesische Wirtschaftsrat USCBC argumentiert im Gegenteil, dass die Handelsbeziehungen mit China aktuell 2,6 Millionen Jobs in den USA sicherten – einschließlich der Arbeitsplätze, die chinesische Firmen in Amerika geschaffen hätten. USCBC nennt als Beispiele den Hausgerätehersteller Haier, der Anfang 2016 die Haushaltsgerätesparte des US-Riesen General Electric kaufte, oder den Autozulieferer Wanxiang, die beide für jeweils mehr als 10.000 Arbeitsplätze stünden.

Was sagen Ökonomen zum Nutzen von Einfuhrhemmnissen?

Die Idee, die heimische Wirtschaft über Importzölle zu schützen, zählt für die Ökonomen der Bertelsmann-Stiftung zu den „Makro-Mythen“ der Volkswirtschaft. Sie schienen nur ein geeignetes Mittel, um die Wirtschaft im eigenen Land zu verbessern. „Tatsächlich aber schwächt diese Einschränkung des internationalen Handels Wachstum und Beschäftigung in allen Volkswirtschaften, die von diesen Handelseinschränkungen betroffen sind.“

Was würde geschehen?

Zum einen würden etliche importierte Waren teurer. US-Kunden müssten also bei Toys„R“Us möglicherweise viel mehr Geld für Spielzeug „Made in China“ zahlen – oder fänden nur noch teurere Produkte aus heimischer Fertigung vor. Außerdem müsste mit Vergeltung gerechnet werden, was die Exportchancen eigener Produkte einschränkt. Langfristig droht indes noch ein viel größeres Problem: Lasse der Druck durch ausländische Firmen nach, sinke auch der Zwang, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den ausländischen Konkurrenten zu verbessern, so Bertelsmann-Autor Thieß Petersen.

Müssen sich die Deutschen Sorgen machen?


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„Wenn die US-Wirtschaft hustet, bekommen Europa und Deutschland eine Lungenentzündung“ – diese Faustformel galt über Jahrzehnte. Mittlerweile hat die direkte Bedeutung der US-Wirtschaft aber abgenommen. In den sechziger und siebziger Jahren gingen noch bis zu 14 Prozent der deutschen Ausfuhren in die USA. Der Anteil hat sich inzwischen glatt halbiert. Als Abnehmer viel wichtiger ist unser europäischer Nachbar Frankreich.

Am stärksten nach vorn kam in den vergangenen Jahren China. Für einzelne Branchen könnten Handelshindernisse indes schon empfindlich sein, zum Beispiel für den Maschinenbau. Die USA sind der größte Einzelmarkt für den Export von Maschinen „Made in Germany“. Deshalb warnte der Branchenverband VDMA auch schon: „Präsident Trump spielt mit dem Feuer.“

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  • dpa
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5 Kommentare zu "Trumps „Buy American“ – und mögliche Folgen: No more Haribo Gold Bears?"

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  • Die meisten deutschen Leitmedien bzw. die dahinter schreibenden eher links ausgerichteten Journalisten haben den Wahlsieg Trumps wohl immer noch nicht akzeptiert, so scheint es.

    "Kauft amerikanisch" wird selbst Trump wohl kaum verordnen können, vor allem wenn das heimische Produkt schlechter als das ausländische Pendant ist.
    Gemeint sein kann solch ein Quotenspruch wohl nur, wenn die Produkte in Eigenschaft, Qualität und Preis gleich sind. Dann im Zweifel die lokale Wirtschaft, also seinen oder den Arbeitsplatz des Nachbarn zu schützen ist nichts verwerfliches.

    Ich erinnere nur an die vielen Staatsquoten, die wir in Deutschland von der Politik vorgesetzt bekommen ... das sagt der links denkende Journalist jedoch nichts, weil es seiner eigenen politischen Denke in den Kram passt.

    Mir persönlich gibt es ohnehin schon zu viel Staat, der sich überall einmischt. Der Staat sollte sich auf das besinnen wofür er da ist, äußere und innere Sicherheit garantieren (also die Grenzen vor illegaler Zuwanderung schützen und im inneren bei insb. Gewaltverbrechen hart durchgreifen, dazu gehört auch Drogenkriminalität).

  • klingt fast so, als müsste man sich als Deutscher dafür schämen, Deutsche Waren und Dienstleistungen, bevorzugt zu kaufen...

    ah stimmt, so ist es ja in dieser tollen Globalisierungswelt wirklich. Gut ok

  • Und so geht das mit den Investitionen mit etwas Überredungskunst.
    TAIPEI (Reuters) - Foxconn, the world's largest contract electronics maker, is considering setting up a display-making plant in the United States in an investment that would exceed $7 billion, company chairman and chief executive Terry Gou said on Sunday.

  • Das wirkliche Problem sehen Sie leider nur, wenn Sie in den USA leben. Sie bekommen in den Läden keine in den USA hergestellten Produkte mehr, weil die China-Importe so viel billiger sind. Leider muss man dabei aus eigener Erfahrung von China-Schrott sprechen: einmal benutzen und wegschmeissen, bei nächstem Bedarf neukaufen. Die meisten Produkte sind wirklich nur für den Einmalgebrauch. Selbst wenn ich bereit bin, mehr für Qualität auszugeben, es gibt einfach keine Qualitätsprodukte mehr. Der Durchschnittsamerikaner schaut leider nur auf den Preis. ´Arm kauft zweimal´ ist hier Standard. Umweltverschmutzung in den ausländischen Produktionsstätten interessiert niemanden, wogegen die EPA in den USA Produktionsstätten durch die härtesten Umweltgesetze verhindert. Das passt leider nicht zusammen und kann nur durch Importzölle für Dumping und nicht eingehaltene Umweltbestimmungen bekämpft werden. Die chinesische Luftverpestung schlägt sich in Kalifornien als saurer Regen nieder. Alle Umweltschützer müssten eigentlich Trump huldigen, denn jedes in den USA hergestellte Konsumgut reduziert die weltweite Umweltbelastung.

  • Ich finde die Fakten nicht gut wiedergegeben. Der Aufstieg der USA kam doch dadurch, dass sie Industrieland Nr. 1 wurden. Inzwischen sind die tollen Wirtschaftszahlen nur deswegen toll, weil Geldmengenwachstum als Wirtschaftsleistung verbucht wird! Die Arbeitslosigkeit ist nur deswegen so niedrig, weil dort nur diejenigen gezählt werden, die sich seit X Monaten dort gemeldet haben. Nachdem die Leute da vom Staat aber nicht durchgefüttert werden... warum sollen sie hingehen?

    Inzwischen sind die USA (wie auch GB) fast de-industrialisiert, die Leistungsbilanz ist desaströs und eine Clique von Wall-Streetlern teilt sich die Gewinne mit der KP in China. Die Ungleichheit in den USA wird dadurch maximal, real gesehen eine Art Feudalsystem (Geldadel). Man sehe sich die ZDF-Doku "Amerika - die gekaufte Demokratie?" an, dann versteht man wieso Trump Präsident ist, und wieso die Leute nicht mehr mitmachen wollen. Sie haben auch Recht.

    Für uns in Deutschland mit der Orientierung an der Realwirtschaft sind diese Entwicklungen nicht schlecht, aber wo immer sich diese Art von Feudal-Finanzeliten etabliert haben, wird es eng. Da wird es Verwerfungen geben, die sind aber auch notwendig, gerade für die Marktwirtschaft und die Demokratie!

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