Trumps Kabinett
Exxon-Chef ist Favorit für US-Außenamtsposten

Trump holt den dritten Goldman-Sachs-Manager in sein Kabinett. Gary Cohn soll wichtigster Wirtschaftsberater des künftigen Präsidenten werden. Derweil gibt es neue Indizien für russische Eingriffe in den US-Wahlkampf.
  • 0

Baton Rouge/New York/WashingtonDer designierte US-Präsident Donald Trump holt weitere Manager der Investmentbank Goldman Sachs als Berater an seine Seite. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag will er Gary Cohn (56) aus der Spitze der Investmentbank zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater machen. Der Banker würde an der Spitze des nationalen Wirtschaftsrates die gesamte Wirtschaftspolitik koordinieren. Anders als Kabinettsmitglieder müsste er nicht vom Senat bestätigt werden.

Mit Cohn würde Trump bereits die dritte Position mit einem Goldman-Sachs-Banker besetzen. Der designierte Finanzminister Steve Mnuchin arbeitete für das Unternehmen, ebenso Trumps Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon. Während des Wahlkampfs hatte Trump noch über einen längeren Zeitraum immer wieder gesagt, seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton werde von Goldman Sachs „total kontrolliert“.

Darüber hinaus benannte Trump den australisch-US-amerikanischen Manager Andrew Liveris zum Chef eines Ausschusses, der für US-Produktionen werben soll. Die Gruppe habe den Auftrag, Wege zu finden, Industrie in die USA zurückzubringen, sagte Trump.

Derweil hat sich der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani aus dem Rennen um den Posten des US-Außenministers der künftigen Trump-Regierung zurückgezogen. Das Ganze sei sehr verwirrend und schwierig für den designierten US-Präsidenten geworden, sagte Giuliani dem TV-Sender Fox News am Freitag. „Mein Wunsch, im Kabinett zu sein, war groß. Aber nicht so groß.“ Trump würdigte Giuliani am Freitag in einer Mitteilung. Er wäre in mehreren möglichen Rollen ein herausragendes Mitglied des Kabinetts gewesen.

Experten gehen davon aus, dass neben dem früheren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney auch der Chef des Unternehmens Exxon Mobil, Rex Tillerson, der Senator von Tennessee, Bob Corker, sowie der frühere US-Botschafter der Vereinten Nationen, John Bolton, im Gespräch für das Amt des Außenministers sind. Trump favorisiert dabei offenbar Tillerson. Ein Mitarbeiter des Trump-Teams sagte am Freitag, der designierte Präsident habe Tillerson am Dienstag getroffen und werde am Wochenende voraussichtlich nochmals mit ihm sprechen.

Gute Chancen auf Posten in der Regierung haben offenbar diejenigen, die den Wahlkampf Trumps großzügig gesponsert hatten. Die „Washington Post“ berichtete, mit der Wahl von Andrew Puzder zum Arbeitsminister habe Trump nun bereits sechs seiner großen Spender für seine Regierung ausgewählt. Zusammen mit ihren Familien hätten Trumps Kandidaten 11,6 Millionen Dollar (10,98 Millionen Euro) gegeben, um dessen Präsidentschaft, seine Lobbygruppen und das Republikanische Nationalkomitee zu unterstützen. Das gehe aus einer Analyse der bundesstaatlichen Wahlkampfakten hervor.

Kommentare zu " Trumps Kabinett: Exxon-Chef ist Favorit für US-Außenamtsposten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%