Trumps Schwiegersohn Jared Kushner

Die stille Schlüsselfigur

Diplomaten beschreiben Jared Kushner als eine Art Anti-Trump. Nun wird der Schwiegersohn des künftigen US-Präsidenten für ein Regierungsamt gehandelt. Viel spricht aber dafür, dass er die Rolle der grauen Eminenz wählt.
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Trumps Schwiegersohn wirkt unscheinbar und zurückhaltend. Bei den US-Wahlen soll er dennoch eine wichtige Rolle gespielt haben. Quelle: AP
Jared Kushner

Trumps Schwiegersohn wirkt unscheinbar und zurückhaltend. Bei den US-Wahlen soll er dennoch eine wichtige Rolle gespielt haben.

(Foto: AP)

WashingtonNicht immer muss Macht dröhnen. Jared Kushner ist ein stiller Mann. Er ist der Schwiegersohn des künftigen US-Präsidenten. Verheiratet mit Ivanka Trump, sind die beiden vielleicht das eigentliche Power Couple der neuen Präsidentschaft. Schon während des Wahlkampfs beschrieben US-Medien Kushners Rolle als die des eigentlichen Chefs hinter den gewaltigen Kulissen: entschlossener Treiber und Verhandler, ruhiger Weichensteller und Entscheider. Jetzt wird er für ein Regierungsamt gehandelt.

Trump traut außerhalb seiner Familie angeblich niemandem wirklich. Der heute 35-Jährige Kushner hat, wie es so schön heißt, sein Ohr, und er könnte für den nächsten US-Präsidenten extrem wichtig sein. Vielleicht ist es dafür gar nicht so wichtig, ob er dafür persönlich im Weißen Haus wirkt. Die Macht dieser Präsidentschaft entfaltet sich bisher reichlich informell und unorthodox. Trump sucht das Rampenlicht wie die Luft zum Atmen. Kushner scheut es eher.

Das ist die neue Familie im Weißen Haus
Familie Trump bei Siegeskundgebung
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Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump – und die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm ihre Meinung sagen und Ratschläge abgeben. Ob er auch als nächster Präsident der USA auf seine Familie setzt? Die neue Familie im Weißen Haus im Überblick.

Ivanka Trump
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Trumps Tochter Ivanka zeichnete im Wahlkampf ihres Vaters das Bild eines Menschen mit unglaublichen Fähigkeiten für die USA. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter soll so stark sein, dass sich US-Medien zeitweise ernsthaft mit der Möglichkeit beschäftigten, dass Trump seine Tochter zu seiner Stellvertreterin ernennen könnte. Die 34-Jährige zielte vor allem auf weibliche Wähler ab. Sie hat Wirtschaft studiert und führt gemeinsam mit Donald und Eric das operative Geschäft bei der Trump Organization. Ivanka Trump ist die Tochter von Trumps Ex-Frau Ivana.

Donald Trump Jr
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„Es ist mir eine Ehre, heute Abend in der Lage zu sein, Donald Trump über die nötige Hürde der Delegiertenstimmen zu verhelfen.“ Das sagte Donald Trump Jr. in Cleveland bei der Bekanntgabe der Delegiertenstimmen aus Trumps Heimatstaat New York. Diese verhalfen dem Präsidentschaftskandidaten formal zur Mehrheit in den Vorwahlen. „Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!“, rief er. Donald Trump Jr. ist der älteste Sohn des Kandidaten und Vizepräsident der Trump Organization. Studiert hat er genauso wie seine Halbschwester Tiffany in Philadelphia. Trump ist seit 2005 mit Vanessa Haydon verheiratet und hat fünf Kinder.

Tiffany Trump
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Trumps jüngste Tochter, Tiffany Trump, empfahl ihren Vater in ihrer Parteitagsrede als „natürlichen Mutmacher.“ Er habe sie dazu motiviert, ihr Bestes zu geben, sagte die 22-Jährige. Vor den Delegierten legte sie während der Vorwahlen zudem Zeugnis über den Charakter ihres Vaters ab...

Tiffany Trump
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Es sei Trumps Art, nie zurückzuweichen oder sich von Angst blockieren zu lassen, sagte Tiffany Trump. Ihr Vater würde nie jemandem raten, Ansprüche herunterzuschrauben oder einen Traum aufzugeben. Die 22-Jährige ging aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples hervor, mit der Donald Trump von 1993 bis 1999 verheiratet war. Tiffany Trump hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Universität von Pennsylvania gemacht. Ihr gehören drei Trump-Gebäude.

Eric Trump
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Auch Eric Trump hielt eine Rede auf seinen Vater. Er ist der Sohn von Ivana Trump, der ersten Ehefrau des Milliardärs.

Eric Trump
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Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump-Imperium und ist Gründer.

Würde Kushner ein Amt in der Regierung übernehmen, ließe sich das mit seinen bisherigen Tätigkeiten nicht vereinbaren. Laut „Wall Street Journal“ tätigte er Immobiliengeschäfte im Umfang von insgesamt 14 Milliarden Dollar (13,18 Milliarden Euro). Nun prüfen seine Anwälte angeblich rechtliche Konstruktionen für eine tragfähige Struktur.

Wäre er offiziell in Diensten der Regierung, würde Kushner in dieser Zeit keine Einkünfte aus seinen Geschäften erhalten. Und er müsste wohl mit seiner Familie nach Washington ziehen. Beides könnte dafür sprechen, dass er doch eher die Rolle der grauen Eminenz wählt. Informell und im Hintergrund. Kaum sichtbar, maximaler Einfluss.

Diplomaten, die Kushner getroffen haben, beschreiben ihn als eine Art Anti-Trump. Höflich, zurückhaltend, fast scheu. Respektvoll und ruhig habe er sich alle Positionen angehört, seine Meinung in den Treffen aber vollständig für sich behalten. Über seine Ansichten ist nicht viel bekannt.

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