Trumps Steuerreform Das 15-Prozent-Versprechen bleibt

Eine „echte Steuerreform für hart arbeitende Amerikaner“, verspricht Donald Trump in einer Grundsatzrede. Zunächst will der US-Präsident aber die Steuern für Unternehmen senken.
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Der US-Präsident hielt seine Rede in einer Halle des Ventilatorenherstellers Loren Cook. Quelle: AFP
Donald Trump in Springfield, Missouri

Der US-Präsident hielt seine Rede in einer Halle des Ventilatorenherstellers Loren Cook.

(Foto: AFP)

SpringfieldUS-Präsident Donald Trump hat ein Gerüst für eine umfassende Steuerreform vorgelegt. Demnach sollte eine Reform vier Voraussetzungen erfüllen: Sie müsse für alle verständlich und handhabbar sein, die Steuersätze müssten dem internationalen Wettbewerb standhalten, mittlere Einkommen müssten entlastet und derzeit im Ausland versteuerte Vermögen müssten zurückgeholt werden.

„Das ist eine Möglichkeit, hart arbeitenden Amerikanern eine echte Steuerreform zu bieten, die es einmal in einer Generation gibt“, sagte Trump am Mittwoch in Springfield im Bundesstaat Missouri.

An seinem Plan, die Unternehmenssteuern auf 15 Prozent abzusenken, hält er dabei fest. Dieser Schritt sei zwingend, um die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft wiederherzustellen, sagte Trump. „Wir müssen die Steuerquote für amerikanische Unternehmen senken, damit sie Arbeitsplätze in Amerika erhalten können, Arbeitsplätze in Amerika schaffen und um Arbeiter kämpfen, genau hier in Amerika“, sagte Trump. „Idealerweise möchten wir unsere Unternehmenssteuerquote auf 15 Prozent senken.“

Das verflixte halbe Jahr
Die Amtseinführung...
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Schon die Amtseinführung Trumps sorgte für Ärger. Im Anschluss an die öffentliche Vereidigung bestand Trumps Pressesprecher Sean Spicer auf der nachweislich falschen Behauptung, Trump hätte das größte Publikum angezogen, dass jemals einer Inauguration beiwohnte. Es folgte ein bizarrer Streit mit Medienvertretern, denen Spicer und auch Trump selbst vorwarfen, Bilder gefälscht oder absichtlich verschnitten zu haben.

... und die „alternativen Fakten“.
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Trumps Beraterin Kellyanne Conway (r.) verteidigte Spicer am 22. Januar gegenüber dem Fernsehsender NBC und schuf dabei ein mittlerweile geflügeltes Wort: Der Pressesprecher habe keine falschen Behauptungen gemacht, er habe „alternative facts - alternative Fakten“ vorgestellt. Trumps beständiger Kampf gegen kritische Medien, von ihm nahezu kategorisch „fake news“ genannt, prägt seitdem das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und der Presse.

Gescheiterte Gesundheitsreform
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Die wohl schlimmste Niederlage Trumps stammt erst aus dieser Woche: Sein Versuch die im Volksmund „Obamacare“ genannte Krankenversicherung durch ein eigenes Programm (dementsprechend natürlich „Trumpcare“ getauft) zu ersetzen, ist bis auf weiteres gescheitert. Nachdem sich vier Republikaner im Senat öffentlich gegen den Entwurf von Mehrheitsführer Mitch McConnell (Bild) gestellt hatten, besaß „Trumpcare“ keine Mehrheit mehr. Das Votum platzte, wie es jetzt für eines von Trumps wichtigsten Wahlversprechen weitergeht, ist offen.

Dollarabsturz
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Noch im Frühjahr schien die Euro-Dollar-Parität in Sicht – dass hat sich erledigt. Nach dem Debakel um Trumpcare ging der Dollar auf Talfahrt, der Euro steht so stark da wie seit Monaten nicht mehr. Ein Trend, der sich eher noch verstärken dürfte.

Steuersenkungen sind mehr als fraglich
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Von 35 auf 15 Prozent wollte Donald Trump die Unternehmenssteuer ursprünglich senken, der Spitzensteuersatz sollte von 39,6 Prozent auf 35 Prozent reduziert und die Erbschaftssteuer ganz abgeschafft werden– allein, dieser Plan hat sich längst zerschlagen. Die USA würden andernfalls auf einen noch deutlich defizitäreren Staatshaushalt zusteuern. Das Ergebnis: An der Steuerfront herrscht Stille, seit im April entsprechende Pläne groß präsentiert wurden.

Infrastruktur
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Satte 1000 Milliarden Dollar wollte Donald Trump in die Infrastruktur stecken und marode Highways, Brücken und Gleichanlagen sanieren. Wo dieses Geld herkommen sollte? Das blieb im Wahlkampf Trumps Geheimnis – und ist es immer noch. Ein Investitionsprojekt ist jedenfalls weiterhin nicht in Sicht.

Die Mauer
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Ebenso unklar ist die Finanzierung von Trumps Lieblingsprojekt: Die berühmt-berüchtigte Mauer nach Mexiko. Nach wie vor jedenfalls macht die mexikanische Regierung keine Anstalten, die Kosten übernehmen zu wollen – was Trump im Wahlkampf stets versprochen hatte. Auch der amerikanische Kongress hat wenig Lust, die geschätzten 20 Milliarden Dollar für das Bollwerk zu bewilligen. Zuletzt ruderte Trump zurück: Eine durchgehende Mauer sei gar nicht notwendig.

Wirtschaftsvertreter und republikanische Politiker begründen die geplante Unternehmenssteuerreform damit, dass Firmen wettbewerbsfähiger werden müssten. In den USA gilt derzeit eine Körperschaftsteuer von 35 Prozent. Das ist weltweit einer der höchsten Sätze.

Manche Beobachter bezweifeln angesichts zahlreicher Querelen im Weißen Haus und Widerstand aus der eigenen Partei zunehmend, dass Trump wichtige Vorhaben wie die Steuerreform oder Großinvestitionen in die Infrastruktur wird umsetzen können. Dabei herrscht seine republikanische Partei derzeit nicht nur über das Weiße Haus, sondern hat die Mehrheit auch in Senat und Abgeordnetenhaus. Allerdings hatte Uneinigkeit in der Partei bereits dazu geführt, dass eine geplante Gesundheitsreform scheiterte. „Ich möchte vom Kongress nicht enttäuscht werden, versteht ihr mich?“, sagte Trump am Mittwoch.

US-Anleger schauen auf Trumps Steuerpläne

US-Anleger schauen auf Trumps Steuerpläne
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6 Kommentare zu "Trumps Steuerreform: Das 15-Prozent-Versprechen bleibt"

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  • Wir Investoren denken auch, dass eine Steuerreform angebracht ist, müssen wir doch Briefkästen pflegen um die US Dividensteuer von 40% zu umgehen. 15% sind angemessen und würden auch bezahlt. Wir Finken sind immer großzügig.

  • Die Steuerreform ist ein Kernelement der Trump`schen Wirtschaftspolitik.

    Das ist sehr lobenswert. Es stellt sich jetzt die Frage in wieweit Herr Trump in der Lage ist den Kongress zu überzeugen.

  • Unternehmenssteuer einfach gemacht. Schlachte nicht die Kuh solange du Milch willst. Ist natürlich zu schwer zu verstehen für den sozialistischen Polit-Kasper.

  • Kleine Anmerkung zum Verständnis der Unternehmenssteuer in den USA:
    Es wird erst das Unternehmen besteuert, anschließend noch einmal der Aktionär oder Eigentümer. Anders als in Deutschland kann die Unternehmenssteuer bei der Einkommenssteuer nicht abgesetzt werden. Es werden also 2 mal Steuern gezahlt. Nur bei der sogenannten S-Corp für Kleinunternehmer kann dieser die Unternehmenssteuer bei der Einkommenssteuer geltend machen. Im Grunde sollten Unternehmen gar keine Steuern bezahlen, weil der Eigentümer seine Unternehmensgewinne versteuert.
    Bei Auslandsgewinnen dagegen ist das so. Sie müssen erst versteuert werden, wenn sie in die USA zurückgeführt werden. Aus diesem Grund lassen Unternehmen wie Apple Milliardengewinne im Ausland liegen und nehmen lieber im Inland Kredite für Gewinnausschüttungen auf, weil sie dann die Unternehmenssteuern sparen.
    Das System ist also stark reformbedürftig, um an internationale Standards angepasst zu werden.

  • Ja, man sieht, Mr. Trump meint es ernst, dass er sein land wieder nach oben bringen will.

    Um nach oben zu kommen, braucht man Geld und das kommt nun einmal von den Unternehmen. Genau die muss man pflegen, füttern, streicheln. Wehe dem Land, was sein Augenmerk auf die Quertreiber und Sozialhilfe-Typen lenkt, das ist dem sicheren Untergange geweiht.

    Mr. Trump ist ein wahrhaft sehr großer Mann.

  • Eine „echte Steuerreform für hart arbeitende Amerikaner“
    Solch Teufelszeug würde in der Gangster-EU niemand aussprechen. Braucht man doch das Geld
    für allerlei Unsinn.

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