Truppenabzug beendet
Japan verlässt den Irak

Japan hat seinen Militäreinsatz im Irak beendet. Die Truppenentsendung galt in Japan als die gefährlichste und ehrgeizigste Mission seit dem Zweiten Weltkrieg.

HB TOKIO. Am Dienstag traf das letzte Kontingent mit rund 280 japanische Soldaten am Flughafen Tokio ein, das im Irak zur humanitären Hilfe und zum Wiederaufbau des Landes eingesetzt waren. Die Mission hatte Anfang 2004 begonnen und war auf Grund der pazifistischen Verfassung Japans innenpolitisch umstritten.

Kritiker sprachen von Verfassungsbruch, da Soldaten des Landes de facto in einem Kriegsgebiet tätig seien. Die japanischen Truppen waren in der südirakischen Stadt Samawa stationiert. Bei dem Einsatz im Irak wurden keine Soldaten verletzt oder getötet.

Außenpolitisch galt das Abrücken Japans von einer rein defensiven Haltung seiner Armee als Meilenstein. Besonders in den USA stieß das Auslands-Engagement des engen Verbündeten auf Zustimmung. Die Entführung dreier Zivilisten im Irak 2004 - die später unverletzt frei kamen - löste jedoch eine politische Krise für Ministerpräsident Junichiro Koizumi aus.

Einer Zeitungsumfrage vom Juli zufolge hielten fast 60 Prozent die Entscheidung Koizumis zur Truppenentsendung in den Irak für richtig. Insgesamt wurden im Irak sechs japanische Staatsangehörige, darunter zwei Diplomaten, von Aufständischen getötet.

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