Truppenabzug
Syriens Geheimdienst soll Libanon verlassen

Der Truppenrückzug aus Libanon schließt nach Angaben der Regierung in Damaskus auch die Mitarbeiter der syrischen Geheimdienste ein. Unterdessen protestierten erneut hundertausende Anhänger der pro-syrischen Hisbollah.

HB BEIRUT.Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte, mit der Kundgebung solle Syrien für die Opfer gedankt werden, die es im Libanon erbracht habe. Überall waren Bilder des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seines libanesischen Kollegen Emile Lahoud zu sehen. Die Demonstranten hielten Spruchbänder, auf denen „Danke Syriens Assad!“ und „Nein zur Einmischung des Auslands!“ stand. Gleichzeitig zogen libanesischen Sicherheitskreisen zufolge die ersten syrischen Soldaten Richtung Bekaa-Tal im Osten des Libanon ab. Die USA haben den zwei Stufen umfassenden Rückzugsplan als unzureichend kritisiert, da kein endgültiger Abzugstermin festgelegt wurde.

Der Riad al-Solh-Platz war übersät mit libanesischen Fahnen. Nasrallah hatte die Demonstranten aufgerufen, nicht mit Parteifahnen zu kommen. Aus Lautsprechern ertönten Warnungen an Israel: „Wir werden keine Kompromisse schließen und wir werden unsere Ehre nicht an Ausländer verkaufen“. Außerdem hieß es: „Danke für das syrische Blut, das uns vor unseren Feinden und dem Unheil des Bürgerkriegs beschützt hat“. Den Syrern wird im Libanon ihre Rolle bei der Beendigung des Bürgerkriegs positiv angerechnet. Zwischen 1975 und 1990 kamen bei Kämpfen zwischen Christen, Moslems und Drusen rund 150 000 Menschen ums Leben.

Erste Soldaten rücken ab

In der syrischen Hauptstadt Damaskus verständigte sich ein gemeinsamer Militärausschuss beider Länder auf die Einzelheiten des syrischen Abzugs. Sicherheitskreisen im Libanon zufolge verließen die ersten Soldaten kurz darauf ihre Quartiere. Nach Augenzeugen kam es in den Bergen östlich von Beirut zu Truppenbewegungen. Neben den Soldaten sollen auch die syrischen Geheimdienstler das Land verlassen. Assad und Lahoud hatten sich am Vortag auf die Verlegung der syrischen Truppen bis Ende März in das Bekaa-Tal verständigt. Danach soll über einen endgültigen Abzug entschieden werden. Wann die zweite Phase beginnen soll, ist nicht bekannt, doch hieß es in syrischen Regierungskreisen, „dies bedeutet nicht, dass es nicht bald sein kann.“ Die USA und andere Regierungen den Westens hatten wie die Opposition im Libanon wiederholt einen kompletten Abzug Syriens verlangt.

Diese Forderungen haben sich seit der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al Hariri im vergangenen Monat verstärkt. Erst am Montag demonstrierten in Beirut rund 150 000 Christen und Anhänger der Opposition gegen die Anwesenheit der syrischen Truppen. Syrien wird beschuldigt, etwas mit der Attentat zu tun gehabt zu haben - ein Vorwurf, den die Regierung in Damaskus jedoch zurückweist.

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