Truppenabzug wird Thema
Washington bläst zum Rückzug

Der US-Regierung gehen die heimischen Truppen von der Fahne: Der Irak-Krieg wird in der Bevölkerung immer unpopulärer und politische Schwergewichte im Kongress fordern immer lauter einen Rückzugsplan aus dem Irak. Die Regierung hat sich lange dagegen gestemmt und Zauderer in die Ecke der Vaterlandsverräter gestellt. Jetzt wendet sich das Blatt.

HB WASHINGTON. Die USA erwägen nach den Worten ihrer Außenministerin Condoleezza Rice eine Reduzierung ihrer Truppenstärke im Irak. Sie gehe davon aus, dass die US-Truppen in ihrer jetzigen Stärke nicht mehr sehr viel länger benötigt würden, sagte Rice dem Nachrichtensender CNN am Dienstag. Irakische Kräfte seien zunehmend in der Lage, Aufgaben von US-Soldaten zu übernehmen.

Die Äußerungen Rices folgen einem erbitterten Streit im US-Kongress über die Irak-Politik der Regierung von Präsident George W. Bush. Der demokratische Abgeordnete John Murtha hatte vergangene Woche den sofortigen Rückzug aller US-Truppen gefordert. Die Regierung steht unter Druck, nachdem bisher mehr als 2000 US-Soldaten im Irak gefallen sind und die Selbstmordattentate in dem Land nicht abreißen.

Auch Generalstabschef Peter Pace war zur Stelle, als die Außenministerin verbal die Wende einläutete. Die Ausbildung der irakischen Truppen laufe fantastisch, wenn das so weitergehe, könnten die Truppen bald erheblich reduziert werden. Die „Washington Post“ berichtet unter Berufung auf Pentagon-Beamte, bis Ende nächsten Jahres könnte ein Drittel der derzeit 150 000 US-Soldaten den Irak verlassen haben.

Das sind völlig neue Töne, nachdem sich Präsident George W. Bush bislang geweigert hat, über den Zeitpunkt und Umfang eines Rückzugs zu spekulieren. „Das spielt dem Feind in die Hände“, sagte Bush immer. Die USA würden den Irak verlassen, sobald die Sicherheitslage es zulasse, „und keinen Tag später“.

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