Truppenreduzierung angedeutet
Bush hält Kriegsrat im Irak

Bei einem Überraschungsbesuch im Irak hat US-Präsident George W. Bush mit Militärs und Politikern über den Kurs im Golfstaat beraten. Dabei hat Bush auch die Möglichkeit einer Truppenreduzierung angedeutet – und ist gleichzeitig wieder auf Konfrontationskurs gegangen. Nur wenige Stunden zuvor sind die britischen Streitkräfte aus Basra abgezogen.

HB BAGDAD/BASRA. Die Air Force One des Präsidenten war am Montag auf dem schwer bewachten US-Luftwaffenstützpunkt al-Asad in der westlich von Bagdad gelegenen Provinz Anbar gelandet. Bush wurde von Verteidigungsminister Robert Gates, Außenministerin Condoleezza Rice und Sicherheitsberater Steven Hadley begleitet. „Das ist ein Treffen des Kriegsrats“, sagte Gates' Sprecher Geoff Morrell.

Bush sieht derweil Erfolge im Irak, die einen Teilabzug der amerikanischen Truppen dort möglich machen könnten. Bei seinem Überraschungsbesuch sagte Bush, die positiven Veränderungen dort könnten ein Modell für das gesamte Land sein. „Anbar wurde einst für verloren gegeben. Heute ist es einer der sichersten Orte im Irak.“

Bush ist im Streit um einen Truppenabzug aus dem Irak aber auch wieder auf Konfrontationskurs mit Kritikern im US-Kongress gegangen. Die Entscheidung über einen Truppenabzug müsse auf einem besonnenen Urteil der Militärführung und nicht auf der nervösen Reaktion von Politikern in Washington beruhen, sagte Bush weiter. „Wenn wird damit beginne, Truppen aus dem Irak abzuziehen, wird es aus einer Position der Stärke und des Erfolgs sein und nicht aus einer Position der Angst und des Versagens.“

Der US-Oberkommandierende im Irak, General David Petraeus, und Botschafter Ryan Crocker sollen dem Kongress kommenden Montag Rechenschaft über Fortschritte im Irak ablegen. Dieser Bericht sollte in den Gesprächen Bushs mit den Generälen erörtert werden. Bush habe die Notwendigkeit empfunden, sich vor wichtigen Entscheidungen selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen, sagte ein Sprecher auf dem Flug in den Irak.

Der Besuch in Al-Asad ist von hoher symbolischer Bedeutung und wäre vor Monaten noch undenkbar gewesen. Die Wüstenregion galt bis vor Kurzem als das gefährlichste Gebiet für die US-Soldaten im Irak. Ein Aufstand sunnitischer Stammesältester gegen die ebenfalls sunnitische Al-Kaida hatte zur Befriedung der Provinz beigetragen.

Bush steht unter dem Druck der demokratischen Mehrheit im Kongress, aber auch aus eigenen Reihen, einen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen vorzulegen. Er lehnt die Forderung ab und hat wiederholt darauf verwiesen, dass die Aufstockung der Streitkräfte um 30 000 Soldaten Erfolge zeige.

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