Truppenstärke noch nicht konkretisiert
Türkei genehmigt Entsenung von Truppen in den Irak

Das türkische Parlament hat am Dienstag den Weg für eine Entsendung von Truppen in den Irak freigemacht, um die die USA zur Unterstützung gebeten hatten.

HB ANKARA/BAGDAG. Einzelne Mitglieder des von den USA eingesetzten irakische Regierungsrates meldeten allerdings Bedenken gegen die Anwesenheit von Truppen zur Friedenssicherung aus dem Nachbarland an.

„Wir haben Bedenken wegen der Stationierung, das ist wahr, aber wir haben Verständnis für die Entscheidung der Koalition, die Unterstützung durch zusätzliche Soldaten haben will“, sagte Ratspräsident Ijad Allaui. „Es ist entgegen der Darstellung einzelner Mitglieder keine Entscheidung des regierenden Rates in dieser Frage gefällt worden.“ Wegen anhaltender Angriffe auf ihre Besatzungstruppen und der finanziellen Belastung bemühen sich die USA um größere internationale Unterstützung im Irak.

Allaui reagierte auf Äußerungen eines Sprechers des Irakischen Nationalkongresses (INC), der erklärt hatte, der Rat sei ohne Ausnahme gegen die Anwesenheit von Truppen aus Nachbarländern wie der Türkei. INC-Chef Ahmad Chalabi ist ein führendes Mitglied des Regierungsrates.

Das türkische Parlament nahm den Regierungsantrag für eine Truppenentsendung mit 358 Ja- bei 183 Nein-Stimmen an. In dem Antrag ist von einem nationalen Interesse an der Unterstützung des Wiederaufbaus im Irak die Rede. Zudem betont er die Notwendigkeit, gegen kurdische Rebellen im Nordirak vorzugehen. Die Türkei fürchtet insbesondere eine Destabilisierung der Lage in dem von der kurdischen Minderheit bewohnten Norden des Nachbarstaates, die auf das ebenfalls von Kurden bewohnte türkische Südostanatolien überspringen könnte. Die türkischen Soldaten dürften allerdings vermutlich im überwiegend von sunnitischen Moslems bewohnten Zentral-Irak stationiert werden und nicht im Norden des Landes.

Wie viele Soldaten entsandt werden sollten, wurde in dem Antrag nicht konkretisiert. Regierungsvertreter hatten zuletzt von bis zu 10 000 Soldaten gesprochen. Damit wäre ein türkisches Kontingent nach dem der USA und Großbritanniens das größte im Irak. Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei waren während des Irak-Krieges angespannt, weil das Parlament in Ankara den USA den Aufbau einer Nordfront von türkischem Gebiet aus verweigert hatte.

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