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Tschechien: Griechen sollten ohne Hilfen aus Euro-Zone austreten

Griechenland kämpft verzweifelt gegen die Staatspleite. Nach Meinung des tschechischen Zentralbank-Gouverneur Miroslav Singer sollte Griechenland den Euro-Raum verlassen.

Soll Griechenland den Euro-Raum verlassen? Quelle: dapd
Soll Griechenland den Euro-Raum verlassen? Quelle: dapd

PragGriechenland sollte nach Ansicht des tschechischen Zentralbank-Gouverneurs Miroslav Singer nicht nur den Euro-Raum verlassen, sondern es sollte von Europa auch keine umfangreichen Finanzhilfen erhalten. „Wenn der Wille nicht da ist, Griechenland eine riesige Summe Geld aus europäischen Strukturfonds zu geben, sehe ich keine andere Lösung, als dass es aus der Euro-Zone austritt und die neue griechische Währung stark abgewertet wird“, sagte Singer der Zeitung „Hospodarske Noviny“ (Montagausgabe) einem Vorabbericht zufolge.

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Planspiel: Euro-Zone ohne Griechenland

  • Welche Folgen hätte ein Austritt Griechenlands aus dem Euro?

    Die konkreten ökonomischen Folgen eines Euro-Austritts Griechenlands sind kaum vorhersehbar, da es eine vergleichbare Situation bisher noch nicht gegeben hat. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen sowohl für Griechenland als auch für die anderen Länder des Währungsraums verheerend wären. Experten befürchten schwere Konsequenzen für den europäischen Bankensektor - dem Hauptkreditgeber Griechenlands. Und da keine entwickelte Volkswirtschaft ohne gesunde Banken auskommen kann, würden auch Verbraucher und Unternehmen stark getroffen werden.

  • Welche Folgen würden sich für Griechenland ergeben?

    Für Griechenland würde ein Euro-Austritt vermutlich den wirtschaftlichen Zusammenbruch bedeuten. Ohne Euro müssten die Hellenen wieder ihre alte Währung Drachme einführen, die vermutlich drastisch abwerten würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugute kommen.

  • Was würde sich am Schuldenstand Athens ändern?

    Die in Euro aufgenommenen Altschulden würden infolge der Abwertung der neuen eigenen Währung drastisch steigen. „Selbst ein starker Schuldenschnitt würde Griechenlands Probleme dann nicht lösen, da das Land über Jahre hinweg vom Kapitalmarkt abgeschnitten wäre“, unterstreicht ein HSBC-Experte. Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher schon.

  • Ist ein Austritt Griechenlands im Interesse anderer Euro-Länder?

    Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht. An den Finanzmärkten würden nach einem Euro-Austritt Griechenlands wohl schnell andere finanzschwache Länder unter starken Druck geraten, möglicherweise auch wirtschaftsstarke Länder. Denn letztlich könnte sich kein Investor mehr darauf verlassen, dass nicht auch andere Länder - möglicherweise in Verbindung mit einem Schuldenschnitt - aus dem Euroraum ausscheren. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden vermutlich drastisch steigen, und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraums ins Wanken geraten.

Zudem sollten sich die Europäer auf Hilfen für Banken konzentrieren statt sich über Jahre hinweg mit Griechenland zu beschäftigen, das nur zwei Prozent der europäischen Wirtschaft ausmache. Mit den bisherigen Krediten sei hauptsächlich Zeit gewonnen worden und die Reichen Griechen hätten ihr Geld außer Landes schaffen können. Singer sagte zudem, die europäischen Politiker müssten eingestehen, dass es möglicherweise notwendig sei, den Banken neues Kapitel zu geben. „Wir müssen aufhören so zu tun, als ob wir nie wieder Banken rekapitalisieren.“

BIZ-Bericht Welche Banken in Griechenland engagiert sind

  • BIZ-Bericht: Welche Banken in Griechenland engagiert sind
  • BIZ-Bericht: Welche Banken in Griechenland engagiert sind
  • BIZ-Bericht: Welche Banken in Griechenland engagiert sind
  • BIZ-Bericht: Welche Banken in Griechenland engagiert sind

Wegen der Krise in Griechenland könnte es notwendig werden, selbst recht großen Instituten frisches Geld zu geben. Man müsse sich sofort mit den Problemen der Banken befassen. In den großen europäischen Staaten stoße dies allerdings auf Hindernisse, sagte er. „Es gibt Politiker, die starke Worte benutzen - „niemals, niemals, niemals'.“ Tschechien ist Mitglied der Europäischen Union, jedoch nicht der Euro-Zone.

  • 09.01.2012, 17:51 UhrAnonymer Benutzer: webmax

    Der falsche Weg!
    erst muß D, NL, und AU aus dem Euro in eine neue (gemeinsame?)- damit dieser rund ein Drittel abwerten kann.
    Dann die anderen in einer zweiten Welle - im 30%-Euro drin bleiben die PIIGS., die so billiger Urlaub, Ferienhäuser und Südfrüchte anbieten können.
    Nur so ist es der richtige Weg!

  • 09.01.2012, 17:50 UhrRudolphRene

    Was geht den Steuerzahler eine Pleite Bank an ?

  • 09.01.2012, 16:41 UhrAnonymer Benutzer: Rheinschwimmer

    @sat
    Was soll das? In Sachen Vermögensteuer für reiche Griechen, die ihre Steuerhinterziehungs- und Korrumptionsgelder nach London und in die Schweiz transferieren hat "ihr" vollkommen recht.
    Formulieren sie argumentativ eine Gegenposition und schimpfen Sie nicht.
    Danke.

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