Tschetschenien
Rebellenführer Bassajew ist tot

Schamil Bassajew war der meistgesuchte Rebellenführer Tschetscheniens. Unter anderem hatte er sich 2004 zu den Geiselnahmen in der Schule von Beslan bekannt. Russischen Angaben zufolge wurde Bassajew in der Nacht zum Montag von russischen Sicherheitskräften getötet. Präsident Putin sprach von einer "gerechten Strafe".

HB MOSKAU. Der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew ist in der Nacht zum Montag in Inguschetien von Sicherheitskräften getötet worden. Neben Bassajew wurden während der nächtlichen Anti-Terror-Operation in Inguschetien auch noch zahlreiche weitere Rebellen getötet, erklärte Nikolai Patruschew, Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB. Bassajew habe in Inguschetien einen Anschlag geplant, der zeitgleich mit dem Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) am kommenden Wochenende verübt werden sollte, so Patruschew.

Der 41jährige Anführer der tschetschenischen Aufständischen hat sich unter anderem zu den Geiselnahmen in der Schule von Beslan im Jahr 2004 bekannt. Damals hatten Rebellen hunderte Schulkinder, Lehrer und Eltern in ihre Gewalt gebracht. Bei der Stürmung durch russische Sicherheitskräfte wurden 331 Menschen getötet, mehr als die Hälfte davon Kinder. Auch für die blutigen Geiselnahmen im Moskauer Musical-Theater „Nordost“ im Jahre 2002 wurde der tschetschenische Feldkommandeur verantwortlich gemacht.

Präsident Wladimir Putin nannte die Tötung Bassajews entsprechend „die gerechte Strafe an diesen Banditen für unsere Kinder in Beslan, in Budjonnowsk, für alle Terrorakte“.

Bassajew war Rebellen-Angaben zufolge erst vor kurzem zum Vize-Präsidenten der Untergrundregierung der Aufständischen aufgestiegen. Die Rebellen kämpfen für eine Unabhängigkeit Tschetscheniens von Russland. Der moskautreue tschetschenische Präsident Alu Alchanow erklärte, mit dem Tod Bassajews sei die Anti-Terror-Operation in Tschetschenien faktisch beendet. „Heute ist das logische Ende des Kampfes gegen illegale bewaffnete Kräfte“, sagte er.

Ein anderer Rebellenführer der abtrünnigen Kaukasusrepublik, Doku Umarow, kündigte allerdings schon vergangenen Monat an, man werde die Angriffe auf die russischen Truppen verstärken.

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