Tschetschenischer Rebellen-Anführer Schamil Bassajew kündigt weitere Gewalttaten an
Neue Anschläge nach Muster von Beslan angekündigt

Der tschetschenische Rebellen-Anführer Schamil Bassajew hat neue Gewalttaten nach der Art des Geiseldramas im südrussischen Beslan angekündigt. In einem Interview, das der britische Fernsehsender „Channel 4“ am Donnerstagabend ausstrahlte, sagte er: „Wir planen für die Zukunft Operationen ähnlich der von Beslan, weil wir dazu gezwungen sind" sagte Bassajew.

HB LONDON.. Er warf der russischen Armee vor, tschetschenische Bürger zu verschleppen. „Unsere Mädchen verschwinden spurlos. Sie nehmen jeden mit“, sagte Bassajew. „Um dieses Chaos zu beenden, müssen wir auf diese Weise reagieren. Auch wenn es zynisch scheint, planen wir diese Operationen und werden sie auch ausführen.“ Bassajew saß während der Aufnahme hinter einem Schreibtisch und trug ein schwarzes T-Shirt mit der kyrillischen Aufschrift „Antiterror“.

Im September hatten Kämpfer Bassajews eine Schule in Beslan besetzt und mit Sprengstoff vermint. Bei der Stürmung durch russische Sicherheitskräfte wurden mehr als 330 Menschen getötet, rund die Hälfte davon waren Kinder. Auf einer Internetseite der für die Unabhängigkeit der russischen Teilrepublik kämpfenden Rebellen hieß es am Mittwoch, Bassajew habe seinen Kämpfern eine Waffenruhe bis zum 22. Februar angeordnet. Eine Bestätigung dafür war aber nicht zu erhalten. Russland hatte die britische Regierung aufgefordert, die Ausstrahlung des Interviews zu verhindern. Das Interview sei ein Versuch der Terroristen im Nordkaukasus, Informationen weiterzugeben, erklärte die Regierung in Moskau. Der Sender rechtfertigte dagegen die Veröffentlichung: „Das Interview zeigt ganz klar, was für ein Mann Schamil Bassajew ist.“ Seine Äußerungen würden zudem in einen eindeutigen Kontext gesetzt, erklärte „Channel 4“.

Der Sender leitete eigenen Angaben zufolge nach dem Geiseldrama in Beslan seine Fragen über einen Mittelsmann an den Rebellenführer. Vier Monate später sei dem Sender in einer nicht näher genannten Stadt im Nahen Osten eine Video-CD mit Bassajews Stellungnahme übergeben worden. Der Sender erklärte, er wisse nicht, wo die Aufnahmen mit Bassajew gefilmt worden seien. Doch seien sie vermutlich in Tschetschenien gedreht worden.

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