Tsipras-Besuch in Berlin
Merkel dämpft Hoffnung auf Einigung mit Griechenland

Kurz vor Alexis Tsipras' Berlin-Besuch schraubt Kanzlerin Angela Merkel die Erwartungen herunter: Der Schuldenstreit könne nur in der Eurogruppe gelöst werden, dort habe sich Tsipras auch zu Reformen verpflichtet.
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BerlinDie Bundesregierung hat vor dem Antrittsbesuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Erwartungen auf einen Durchbruch im Schuldenstreit gedämpft. Die Begegnung könne und solle eine Lösung in der Eurogruppe nicht ersetzen, sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Einem Bericht zufolge warnte Tsipras Merkel in einem Brief vor kurzfristigen finanziellen Engpässen seiner Regierung. Aus Sicht der Bundesbank sollte die Euro-Zone prinzipiell auch die Insolvenz eines Mitgliedslandes aushalten können. Geht den Griechen das Geld tatsächlich aus, könnte dies bald der Fall sein.

Tsipras soll am späten Nachmittag um 17 Uhr mit militärischen Ehren von Merkel empfangen werden. Nach einem ersten Gespräch ist ein Arbeitsessen geplant. Finanzminister Wolfgang Schäuble, der in Griechenland wegen seines Beharrens auf Reformen in der Kritik steht, und Vizekanzler Sigmar Gabriel wurden nicht erwartet.

Am Dienstag will sich Tsipras mit den Spitzen der Linkspartei treffen, die mit seiner Syriza-Partei verbündet ist. „Kein bilaterales Treffen kann und soll ersetzen, was an Lösungsfindung in der Eurogruppe stattfindet“, sagte Seibert. Griechenland habe sich verpflichtet, dort eine Liste mit Reformen vorzulegen – und nicht anderen Regierungen.

„Eine Lösung kann es nur geben, wenn die griechische Seite eine umfassende Liste vorgelegt hat und diese Liste dann von den drei Institutionen (EU, Internationaler Währungsfonds, Europäische Zentralbank) geprüft worden ist“, sagte Seibert.

Den Vereinbarungen zufolge muss die Regierung in Athen bis Ende April detaillierte Vorschläge machen, wie sie das geltende Hilfs- und Reformprogramm der Euro-Partner und des IWF in ihrem Sinne ändern will, ohne die Sanierung der Staatsfinanzen zu gefährden. Erst nach der Billigung durch die Gläubiger können weitere 7,2 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket gezahlt werden.

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Kommentare zu " Tsipras-Besuch in Berlin: Merkel dämpft Hoffnung auf Einigung mit Griechenland"

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  • Warum weigert sich Frau Merkel unsere Forderungen zur Sprache zu bringen (Wiedergutmachung für die Morde an Deutschen durch Griechen und Ersatz für die vernichtung deutschen Eigentums)? Lt. UNO ist Terrorismus(Partisanen) verboten und Frau Merkel schweigt dazu! Ist Sie für den Terror?

  • >> Der Schuldenstreit könne nur in der Eurogruppe gelöst werden, dort habe sich Tsipras auch zu Reformen verpflichtet. >>

    Genau das ist der Point. Merkel ist eine von 28 und hat weder über die Schuldenfrage Griechenlands zu verhandeln noch zu diskutieren.

    Sie kann mit dem Griechen Ausschließlich NUR bilateralen Angelegenheiten behandeln, wie z. B. die Lösung des Problems der Zwangsanleihe aus dem zweiten Weltkrieg.

    In Sachen von Reparationen hat auch die Weltgemeinschaft zu bestimmen, in dem sie Deutschland endlich einen Friedensvertrag anbietet und das Thema behandelt.

    Alles andre sind journalistische Fantastereien !

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