Tsirpas nominiert Konservativen
Ex-Innenminister soll griechischer Präsident werden

Das Scheitern einer Präsidentenwahl hatte Griechenland Neuwahlen und Alex Tsirpas an die Macht gebracht. Präsident soll nun Ex-Innenminister Prokopis Pavlopoulos werden – dessen Wahl ist nur eine Formalität.
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AthenDie griechische Regierung hat den konservativen Ex-Innenminister Prokopis Pavlopoulos für das Amt des Staatschefs nominiert. Griechenland brauche einen Präsidenten "mit breiter Zustimmung in Gesellschaft und Parlament", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras am Dienstag in Athen. Die 300 Abgeordneten stimmen am Mittwochabend (18.30 Uhr MEZ) über den neuen Präsidenten ab.

Tsipras hofft auf parteiübergreifende Zustimmung für den 65-jährigen Professor für Verwaltungsrecht, der von 2005 bis 2009 Innenminister war. Das Linksbündnis Syriza und ihr Koalitionspartner, die rechtspopulistische Partei Unabhängige Griechen (Anel), verfügen über insgesamt 162 Parlamentssitze.

Bei der Abstimmung am Mittwoch wird eine Mehrheit von 180 Stimmen benötigt. Es gilt als wahrscheinlich, dass der konservative Kandidat auch vom rechten Lager mitgetragen wird. In einem weiteren Wahlgang wäre eine absolute Mehrheit von 151 Stimmen ausreichend.

Als eigentlicher Wunschkandidat des griechischen Regierungschefs galt Berichten zufolge EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos. Der linke Syriza-Flügel soll dies aber abgelehnt haben. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker war demnach dagegen, Avramopoulos in Brüssel durch einen Syriza-Kandidaten zu ersetzen.

Ende Dezember war die Wahl eines neuen griechischen Staatschefs in drei Anläufen gescheitert. Daraufhin mussten Neuwahlen abgehalten werden, aus denen das Linksbündnis Syriza als klarer Sieger hervorging.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Ah ein früherer Innenminister, kennt man. Die Regierung vermutet Aufstände?

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