Tsunami-Krisenmanagement
Schwedens Ministerpräsident will ein Ende der Kritik

Schwedens Ministerpräsident Göran Persson geht auf Konfrontationskurs: Er hat die Opposition aufgefordert, entweder ein Misstrauensvotum gegen ihn anzustrengen oder die Kritik an dem Krisenmanagement der Regierung während des Tsunamis einzustellen.

HB STOCKHOLM. „Diejenigen, die über ein Misstrauensvotum reden, sollten loslegen“, sagte Persson am Dienstag. „Das ist die größte Waffe der Opposition, deshalb sollten sie es durchziehen oder die Klappe halten.“

Persson, der die Sozialdemokraten in Schweden anführt und sich im September 2006 erneut zur Wahl stellen will, war wegen des Verhaltens seiner Regierung während des Tsunami stark unter Druck geraten. Bei der Flutwelle in Südostasien Ende letzten Jahres waren 520 schwedische Touristen ums Leben gekommen. Eine unabhängige nationale Untersuchungskommission hatte zuletzt festgestellt, dass die Regierung die Hilfsaktionen nicht rechtzeitig und effektiv genug begonnen habe.

Der Bericht übte zudem scharfe Kritik an der schwedischen Außenministerin, die am Tag des Tsunamis ein Theater besucht und später erklärte hatte, sie verfolge an ihren freien Tagen keine Nachrichten.

Die in den Umfragen führende konservative Opposition hatte Persson vorgeworfen, keine personelle Konsequenzen aus dem Bericht zu ziehen und mit einem Misstrauensvotum gedroht. Dieses kann von zehn Prozent der Mitglieder des Parlaments angestrengt werden. Der Erfolg hinge jedoch von den Stimmen der Linken und Grünen ab, die mit dem Sozialdemokraten koalieren.

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