Türkei
Amnesty-Chef Kilic bleibt in Haft

Journalisten und Menschenrechtler leben in der Türkei gefährlich. Der festgenommene Chef von Amnesty International bleibt weiterhin in U-Haft. Ein dort festgehaltener französischer Fotograf konnte nun zurück nach Hause.
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Istanbul/ParisDer am Dienstag festgenommene Leiter von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic, bleibt in Justizgewahrsam. Ein Gericht in der westlichen Küstenstadt Izmir habe ihn nach einer Anhörung am Freitag in Untersuchungshaft genommen, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Ihm werde vorgeworfen, Mitglied der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu sein. Amnesty sprach von einer „Justizfarce“ und forderte die unverzügliche Freilassung.

Kilic, der Menschenrechtsanwalt ist, war nach Angaben von Amnesty zusammen mit 22 weiteren Anwälten in Izmir festgenommen worden. „Taner Kilic ist weder ein Unterstützer noch ein Anhänger der Fethullah-Gülen-Bewegung, und tatsächlich hat er deren Rolle in der Türkei kritisiert“, erklärte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty.

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei sitzen inzwischen mehr als 50 000 Verdächtige wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung in Untersuchungshaft. Die türkische Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden Predigers für den Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich.

Der einen Monat lang in der Türkei festgehaltene französische Fotograf Mathias Depardon erinnerte bei seiner Rückkehr an das Schicksal anderer Journalisten in dem Land. „Das ist für mich die Gelegenheit, ein Zeichen der Unterstützung an meine Kollegen zu schicken, die in der Türkei inhaftiert sind“, sagte Depardon nach seiner Ankunft in Frankreich am späten Freitagabend.

Unter den inhaftierten Journalisten ist auch der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel. Die deutsche Regierung fordert bislang erfolglos seine Freilassung. Auf der diesjährigen Rangliste von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 155 von 180.

Die türkischen Behörden hatten Mathias Depardon am Freitag aus der Abschiebehaft entlassen. Der Fotograf war für das Magazin „National Geographic“ im Südosten der Türkei im Einsatz, als er am 8. Mai festgenommen wurde. Nach Angaben seiner Anwältin wurde ihm „Terrorpropaganda“ vorgeworfen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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