Türkei besteht auf Vollmitgliedschaft
Erdogan wirft EU Diskriminierung vor

Nach Ansicht des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan wird die Türkei an strengeren Maßstäben gemessen als andere EU-Beitrittskandidaten. Aufnahmeverhandlungen müssten Anfang 2005 beginnen, forderte er.

HB BERLIN. Die Türkei wird nach Auffassung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan von der Europäischen Union beim Thema EU-Beitritt erheblich benachteiligt. Er habe den Eindruck, die Türkei werde an «strengeren Maßstäben» gemessen als andere Beitrittskandidaten, sagte Erdogan in der der «Bild am Sonntag».

Kein anderes Land habe 41 Jahre an der Tür zur Europäischen Union warten müssen, beklagte der Regierungschef. Sein Land habe alle Vorgaben erfüllt. Trotzdem zögerten die Europäer. «Das kann man durchaus Diskriminierung nennen», wird Erdogan zitiert.

Vor dem Brüsseler EU-Gipfel machte Erdogan erneut deutlich, dass für die Türkei nichts anderes in Frage komme als eine Vollmitgliedschaft. «Eine privilegierte Partnerschaft würden wir niemals hinnehmen», betonte er. Zudem werde sein Land außer den Kopenhagen-Kriterien der EU, zu denen Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Minderheitenschutz gehören, keine neuen politischen Forderungen akzeptieren.

Er verlangte überdies einen Beginn der Beitrittsverhandlungen im ersten Halbjahr 2005. In die EU wolle Ankara «so schnell wie möglich aufgenommen werden», fügte Erdogan hinzu.

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