Türkei-Besuch
Wulff vor schwieriger Auslandsmission

Die dritte Auslandsreise des Bundespräsidenten in seiner noch kurzen Amtszeit dürfte die bislang heikelste Mission werden. Mit seiner Rede am Tag der deutschen Einheit hat Christian Wulff eine Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland angestoßen, die in Ankara genau beobachtet wird. Und es drohen weitere Stolpersteine.
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HB BERLIN. Bundespräsident Christian Wulff reist an diesem Montag in die Türkei. Der dritte Staatsbesuch in seiner erst dreimonatigen Amtszeit ist nach Reisen in die Schweiz und nach Russland zugleich der bisher heikelste.

Wulff hat mit seiner Rede am Tag der deutschen Einheit die Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland befeuert. Sie ist noch lange nicht abgeebbt, wie sich auch am Wochenende in der Union wieder zeigte. Wird das Staatsoberhaupt weiter Öl ins Feuer gießen? Oder doch eher den heftigen Meinungsstreit aus der Ferne dämpfen?

Mit Spannung wird am Dienstag Wulffs Rede vor dem türkischen Parlament erwartet - es ist das erste Mal überhaupt, dass ein deutsches Staatsoberhaupt vor den türkischen Abgeordneten spricht.

Für seine offizielle Anerkennung des Islam als Teil der deutschen Lebenswirklichkeit hat Wulff bereits höchstes Lob von der türkischen Staats- und Regierungsführung geerntet. „Mir hat seine Rede zu 20 Jahren deutsche Einheit sehr gefallen“, ließ Staatschef Abdullah Gül seinen Gast vor der Ankunft in Ankara wissen.

Vor zehn Jahren war zuletzt mit Johannes Rau ein Bundespräsident in der Türkei gewesen. Inzwischen verhandelt Ankara über eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Der Haltung der Regierung in Berlin kommt dabei eine Schlüsselstellung zu. Doch auch aus anderen Gründen stehen die deutsch-türkischen Beziehungen unter genauer Beobachtung.

In Deutschland leben drei Millionen Bürger türkischer Herkunft. Sie sind die größte Minderheit im Land. Hinzu kommen engste wirtschaftliche und politische Verbindungen Deutschlands mit dem NATO-Partnerland, das eine besondere Rolle in den benachbarten Krisenregionen Irak und Nahost spielt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erst im März die Türkei besucht. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war vor wenigen Tagen wieder in Berlin.

Das Programm von Wulffs Staatsbesuch, der noch von seinem Vorgänger Horst Köhler geplant war, wird die gesamte Bandbreite der bilateralen Beziehungen umfassen. Dazu gehört die Grundsteinlegung der ersten Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul und das Gespräch mit den Religionsvertretern des Landes.

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  • Die Türkei ist nur in
    ihrer Verfassung laizistisch,tatsächlich ist es ein islamischer Staat der nach dem Gesetzen der Scharia lebt.Und das ist in Europa nicht integrierbar !!!

  • tja dann wird er wohl genau wie duisburgs bürgermeister sauerland bei der türkischen gemeinde mehr rückhalt erfahren als beim eigenen volk. wird er eigentlich die türken auch zu mehr demokratie ermutigen? zu mehr toleranz gegenüber anderen religionen? oder hat er angst wieder einen ceaucescu-moment zu erleben wenn er das sagt, er winkt zum volk und keiner winkt zurück?

  • Der eine im Hause, der mit uns wohnt ist o.k., er wohnt im ersten Stock und hat mich sogar im Krankenhaus besucht, mit seiner Familie , der nächste, der unter uns einzieht, ist das größte Arschloch, er macht Krach schlägt seine Frau bis über Mitternacht hinaus, dann großes Schweigen! Wollen sie noch mehr hören? Ja es gibt Freunde im Haus inzwischen, die wissen, dass jeder für jeden da sein muss. Dann sage ich wieder o.K. Nun geht´s! Der andere Depp unter mir, der seine Frau schlägt, ist mir scheiß egal, weil wenn du zu ihm scheiß Türke sagst, bekommst du Ärger. Also meine Freunde, es gibt solche und solchterne! Das Arschloch unter mir, der seine Frau jedes Wochenende schlägt ist ein Türke, da wohnt übrigens früher ein geduldiger und freundlicher Deutscher, nur zur info, er wurde von einer Araberin aus Marokko ausgenommen wie eine Weihnachtsgans!.

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