Türkei Erdogan will mehr politisches Engagement von „seinen Bürgern“ in der EU

Der türkische Präsident Erdogan ruft „seine Bürger“ in der EU dazu auf, mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen. Gleichzeitig richtet er einen Appell an EU-Staaten.
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Erdogan forderte in Europa lebende Türken auf, die Sprache ihres Landes zu lernen. Zu große Zugeständnisse an eigene Traditionen und Werte sollten sie aber nicht machen. Quelle: AFP
Recep Tayyip Erdogan

Erdogan forderte in Europa lebende Türken auf, die Sprache ihres Landes zu lernen. Zu große Zugeständnisse an eigene Traditionen und Werte sollten sie aber nicht machen.

(Foto: AFP)

IstanbulDer türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat türkischstämmige Bürger in EU-Staaten aufgefordert, ihren politischen Einfluss auszuweiten. „Übernehmt persönlich Aufgaben in politischen Parteien und politischen Mechanismen“, sagte Erdogan am Dienstag in einem Appell „an meine Bürger in Europa“.

Vor Abgeordneten seiner AKP in Ankara erinnerte Erdogan daran, dass bei dem Verfassungsreferendum vor einem Jahr mehr als 60 Prozent der Türken in Deutschland für das von ihm angestrebte Präsidialsystem gestimmt hätten. „Das bedeutet, dass es dort eine Macht gibt. Diese Macht muss auch in der dortigen Politik wirksam sein.“

Ziel müsse sein, den Einfluss von Organisationen wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder der linksextremen DHKP-C in Europa zurückzudrängen. „Überlasst die dortige Politik nicht der PKK. Überlasst die dortige Politik nicht der DHKP-C“, sagte Erdogan vor AKP-Abgeordneten.

„Wenn unsere Bürger, die ihrem Land, ihrem Volk, ihrer Flagge und ihrem Gebetsruf treu sind, zusammenhalten, haben sie die Möglichkeit, zehnmal, hundertmal einflussreicher zu sein bei den politischen Parteien und Politikern als sie.“

Erdogan forderte türkischstämmige Bürger auf, die Sprache des Landes zu lernen, in dem sie lebten, und das dortige soziale Umfeld zu kennen. Zugleich appellierte er an sie: „Macht niemals Zugeständnisse bei eurer Muttersprache, eurem Glauben und der Solidarität untereinander.“ Er fügte hinzu: „Euer Vaterland bleibt euch.“

Erdogan bemängelte erneut, dass EU-Staaten zu nachlässig mit Anhängern der PKK umgingen. Er kritisierte in dem Zusammenhang die Polizei in Stuttgart für deren Umgang mit einem türkischstämmigen Bürger, der gegen eine Demonstration von Kurden protestiert hatte. „Warum quälen die deutschen Behörden und ihre Polizisten - während sie so mild mit der Terrororganisation umgehen - einen ehrlichen türkischen Staatsbürger, der gegen diese Terrororganisation ist?“

Mit der Terrororganisation ist die PKK gemeint. Der Fall in Stuttgart wird seit Montag von der türkischen Regierung zum Thema gemacht. Ministerpräsident Binali Yildirim hatte am Montag mit Blick auf den türkischstämmigen Betroffenen gesagt, er „küsse die Augen von unserem Bruder, der „Erdogan bis zum Tod“ gerufen hat. Genau das ist Heimatliebe und genau das ist auch Vaterlandsliebe“. Erdogan und Yildirim hatten mit dem Betroffenen telefoniert.

Ein Sprecher der Stuttgarter Polizei hatte mit Blick auf die Vorwürfe am Montag gesagt, am Rande einer Demonstration von 30 Kurden sei es am Samstag zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gekommen. Ein 39 Jahre alter Deutscher türkischer Herkunft sei als Provokateur ausgemacht und von der Polizei zur Feststellung der Personalien festgehalten worden. Da er sich widersetzt habe, sei er „zu Boden gelegt“ worden. Der Mann sei „mitnichten misshandelt“ worden. Er werde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt.

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  • dpa
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15 Kommentare zu "Türkei: Erdogan will mehr politisches Engagement von „seinen Bürgern“ in der EU"

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  • Ausserdem muss man sofort die Zusammenarbeit mit DITIB beenden und dafür lieber liberale muslimische Verbände fördern.
    Anschließend muss hier knallhart gegen diese Organisation, die vom türkischen Staat gelenkt wird vorgegangen werden.

  • Ein Türke bleibt ein Türke auch wenn das System ihm zum Deutschen macht. Türken das sind Leute mit Ehre aber damit kommt der EU-Loser ohnehin nicht klar. Er betätigt sich deshalb auch als Umkultureler und Umvolker. Diese Verbrechen nennt er dann Integration.

  • Als erstes den Deutsch-Türken aus Stuttgart verurteilen, wenn er Widerstand gegenüber Polizisten geleistet hat.
    Da er evtl. auch noch die türkische Staatsangehörigkeit hat, die deutsche entziehen, da er ja dann verurteilt ist und gleichzeitig aus Deutschland ausweisen. Dann kann er zu seinem geleibten Erdogan in die Türkei reisen. Endlich, dort wird er ja mit offenen Armen empfangen. Einem Staat, der einen doch so sehr quält, da möchte man doch nicht bleiben ?
    Seinen "Bruder im Geiste", der das Video gemacht hat, mit der Absicht das Volk aufzuhetzen, den kann man gleich mitschicken, der ist eigentlich auch lieber bei Erdogan als hier.
    Das wäre die richtige Reaktion.
    Desweiteren sollte man nach solchen Aufrufen Erdogans keine Visa mehr an Türken vergeben, mind. 1 Monat lang. Das zieht bei den Amis auch immer.

  • Letztlich haben jetzt die Länder mit einer signifikanten türkischen Minderheit eine seitens eines fremden Staates aktiv gesteuerten Minderheit mit ganz anderen Werten und Ideologie.

    Die Menschen in Deutschland haben die Politiker gewählt die dieses Schlamassel verursacht haben. Man kann meinen, dass dies ein Land von Masoschisten ist.

  • Das Deutsche Volk u. die Grünen warten nur darauf, daß mehr Neudeutsche im Kanzleramt, Bundestag u. Bundesrat die Ansagen machen, wie bei Hart aber Fair.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Erstaunlich, dass der Vorfall in Stuttgart es mit 1.tägiger Verspätung doch noch im HB Erwähnung findet – wenn auch nicht vollständig.

    „"Ich verurteile hier scharf die deutsche Polizei, die nicht Gewalt an Terroristen, sondern an unserem Bürger angewendet hat, der sich den Terroristen widersetzt hat", sagte Yildirim am Montag in Ankara.“

    <Auf einem vom Sender CNN Türk ausgestrahlten Handyvideo sagt ein Mann, der auf dem Boden liegt und dort von Polizisten festgehalten wird, auf Türkisch unter anderem "Erdogan bis zum Tod" und "Wir lieben den Anführer".
    Derjenige, der die Handykamera bedient, sagt: "Bruder, ich nehme das auf und schicke es in die Türkei.">

    Es handelte sich womöglich um eine gezielte Aktion, mit der EgoWahn die Möglichkeit geboten werden sollte, seine in die Hunderttausende gehen „Türken“, die ihn gewählt haben, zu mobilisieren.

    Ein Grund mehr, diesen Wählern die doppelte Staatsbürgerschaft zu entziehen, damit die in Deutschland politisch nicht aktiv werden können.

    Bemerkenswert ist die Forderung EgoWahns an seine getürkten Deutschen „keine Zugeständnisse an ihrem Glauben“ zuzulassen. Mit anderen Worten: Der Islamist fordert im Ausland lebende Türken dazu auf, seinem Glauben zu folgen.

    Dem werden die nach meiner Meinung bedingungslos folgen – auch wenn er die zur Gewalt aufruft. Und dann mache ich mir keine Illusionen darüber, wie sich gemäßigte Muslime gegenüber ihren Glaubensbrüdern verhalten werden.

  • Herr Peter Spiegel
    10.04.2018, 18:38 Uhr
    Die EU ist ein Laden voller Loser, wer hier eintritt ist noch weiger wert. Man könnte auch schreiben, es ist der pure Dreck aber passend zur EU.

    ...................

    Dreck kehrt man in der EU unter dem Teppich.

    Hausangestellte kosten zu viel Geld.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Frau Lana Ebsel
    10.04.2018, 18:02 Uhr
    Es wird nicht mehr lange dauern und die Türkei marscjiert, bejubelt von linken Deutschlandhasser, ein in "dieses" Land.

    ...............

    Man darf menschen nicht dazu animieren auch deutscher oder sonstiger EU-Nationalitäten anzunehmen !

    Nachher halten diese es in dieser EU auch nicht aus, erhöhen noch mehr die EU-SUIZID ANZAHL und der Animateur ist dann bei Gericht belangt für das versagen und Schuld dieser EU !!!

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