Türkei
Mindestens elf Tote bei Anschlag in Istanbul

Die Terror-Serie in der Türkei geht weiter: Bei einem Anschlag im Istanbuler Zentrum sterben mindestens elf Menschen, fast 40 werden verletzt. Erdogan macht die PKK verantwortlich. Die Polizei nimmt Verdächtige fest.
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ZürichIm Istanbuler Viertel Beyazit treffen viele Welten Istanbuls aufeinander. Hier liegt der große Basar der Stadt, durch den täglich tausende Touristen strömen. Ein paar Blocks weiter liegt mit der „Istanbul Üniversitesi“ die größte Hochschule des Landes. Und schließlich leben in dem konservativen Viertel mitten in der Altstadt der Metropole viele strenggläubige Türken. Ein ideales Ziel für einen Anschlag.

Am Dienstagmorgen sind bei einem Autobombenanschlag mindestens elf Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien sieben Polizisten und vier Zivilisten, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin vor Journalisten am Ort des Geschehens. Demnach wurden bei dem Angriff im Bezirk Beyazit außerdem mindestens 36 weitere Menschen verletzt.

Die Polizei nahm in Istanbul vier Verdächtige fest. Zu den vier Festnahmen sei es im Zusammenhang mit der Anmietung eines Autos gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Für den Anschlag sei ein Mietwagen verwendet worden.

Ein Foto zeigt die Wucht des Attentats. Auf dem Mittelstreifen einer Straße, die durch den großen Campus der Universität führt, liegt ein etwa zehn Meter langer Polizeibus – auf dem Kopf. Die Sicherheitskräfte in dem Fahrzeug seien auf dem Weg zu ihrer regulären Wache in der für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Universität gewesen, schrieben türkische Medien am Dienstag. Dort wurden wegen des Anschlags die Prüfungen verschoben.

Nach Informationen von CNN Türk wurde die in einem parkenden Auto installierte Bombe per Fernsteuerung gezündet, als ein Polizeibus vorbeifuhr. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren nach der Detonation Schüsse in der Gegend zu hören. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von zwei Polizeiwagen, die von der Explosion getroffen wurden.

Die Bombe war gegenüber einem bei Touristen beliebten Hotel in der Nähe der U-Bahnstation Vezeciler platziert, von der aus zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wie der Große Basar oder die Süleymaniye-Moschee schnell zu erreichen sind.

Zahlreiche Rettungskräfte und Feuerwehrwagen waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen. Ein zertrümmertes Polizeifahrzeug war zu sehen, parkende Autos wurden ebenfalls beschädigt. Durch die Wucht der Explosion gingen Schaufenster zu Bruch. Auch waren Medienberichten zufolge Schüsse zu hören.

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Für viele Türken ist klar, wer hinter dem Anschlag steckt

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  • Egal, Herr Viinci Queri, es ist immer die PKK,

  • >> Erdogan macht die PKK verantwortlich >>

    Das hat sich Erdogan aus dem Finger gesaugt. Während der Genozid-Kreuzzüge hat die Türkei Völkermorde nicht nur an Kurden verübt :

    Insgesamt hat die Türkei mehr als 4 Mio. Menschen auf dem Gewissen gehabt, darunter :

    - 1,5 Mio. Armenier

    - 1,2 Mio. Griechen

    - 800.000 Assyrer

    - 400.000 Kurden

    - 200.000 Russen

    Jeder dieser Volksgruppen kann sich an der Türkei rechen, mit Terroranschlägen.

  • Meine Antwort war zu kurz; ich hätte schreiben müssen:

    Natürlich sind sie das (Muslime).

    "Die Mehrheit der Bevölkerung sind sunnitische Muslime überwiegend schafiitischer Richtung." (Quelle: Wikipedia)

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