Türkei

Minister wirft Deutschland Schutz von Putschisten vor

Die Türkei geht weiterhin mit aller Härte gegen mutmaßlichen Putschisten vor. Auch in Deutschland vermutet die türkische Regierung einen der Top-Verdächtigen und wirft dem Land den Schutz von Putschisten und Mördern vor.
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„Keiner unserer Freunde kann einen Mörder beherbergen.“ Quelle: AFP
EU-Minister Ömer Celik

„Keiner unserer Freunde kann einen Mörder beherbergen.“

(Foto: AFP)

IstanbulDer mögliche Aufenthalt eines mutmaßlich hochrangigen Putschisten in Deutschland sorgt in der Türkei für Unmut. Alleine, dass die Möglichkeit bestehe, dass der von der Türkei gesuchte Adil Ö. von „einem Freund und Verbündeten beschützt“ werde, sei „äußerst bedauerlich“ und „befremdlich“, sagte der türkische EU-Minister Ömer Celik am Donnerstag in Ankara auf die Frage eines Journalisten. „Keiner unserer Freunde kann einen Mörder beherbergen.“

Celik sagte, es sei „klar“, dass sich hochrangige Gülen-Anhänger in Deutschland versteckt hielten. Die Türkei macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich und wirft Deutschland beharrlich vor, mutmaßlichen Putschisten Schutz zu bieten.

Die Türkei ein Jahr nach dem Putsch
15. Juli 2016
1 von 11

Teile des Militärs beginnen einen Putsch der am Tag darauf niedergeschlagen wird. Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen verantwortlich.

20. Juli
2 von 11

Erdogan ruft den Ausnahmezustand aus, der am Tag darauf in Kraft tritt. Mehr als 100.000 Staatsbedienstete werden in den Folgemonaten entlassen, mehr als 50.000 Menschen werden inhaftiert.

9. August
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Die Türkei und Russland legen ihre Krise wegen des Abschusses eines russischen Kampfflugzeugs bei. Elf Tage später billigt das türkische Parlament auch die Aussöhnung mit Israel. Erdogans Fokus wendet sich ab vom Westen, hin zu neuen Verbündeten.

24. August
4 von 11

Türkische Truppen marschieren in Nordsyrien ein. Sie beginnen eine verlustreiche Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bekämpfen aber auch kurdische Milizen.

4. November
5 von 11

Ein Gericht verhängt Untersuchungshaft gegen Selahattin Demirtas, den Chef der zweitgrößten Oppositionspartei HDP. Neben Demirtas werden mehrere weitere HDP-Abgeordnete inhaftiert.

10. Dezember
6 von 11

Bei einem Anschlag in Istanbul sterben 45 Menschen, die meisten davon Polizisten. Zu der Tat bekennt sich die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

19. Dezember
7 von 11

Der russische Botschafter Andrej Karlow wird bei einem Attentat in Ankara getötet. Der Täter ist ein 22 Jahre alter türkischer Polizist, er wird erschossen.

Die Türkei hatte am Vortag einen konkreten Fall angesprochen und in einer offiziellen Note an das Auswärtige Amt (AA) die Auslieferung von Ö. gefordert. Laut türkischen Medienberichten soll sich der islamische Theologe und mutmaßlicher Wortführer beim Putschversuch vom 15. Juli 2016 in Deutschland aufhalten. Ein AA-Sprecher hatte am Mittwoch gesagt, man wisse nicht, ob Ö. in der Bundesrepublik sei, werde den Fall aber prüfen.

  • dpa
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