Und auch Ungarn, Großaktionär bei Mol,
beteiligt sich an dem russischen Projekt. "Ungarn ist daran interessiert, dass beide Gas-Pipelines durch sein Territorium laufen", sagte Premier Ferenc Gyurcsany Anfang der Woche bei einem Treffen mit Russlands designiertem Präsidenten Dmitrij Medwedjew.
Für Donnerstag war eine Vertragsunterzeichnung in Moskau geplant. Zuvor hatte Gyurcsany mit seiner Bemerkung für Ärger gesorgt, South Stream sei ein reales Projekt, Nabucco nur ein Traum. Für weitere Irritationen sorgte der türkische Außenminister Ali Babacan, der Russland zur Beteiligung an Nabucco einlud. Hintergrund der Offerte ist offenbar das Interesse der Türkei, von den Energielieferungen auf jeden Fall etwas abzubekommen.
Mit South Stream, das die Türkei umgeht, war Moskau auf Distanz zu Ankara gegangen. Babacans eigenmächtige Einladung habe "sehr überrascht", hieß es in Nabucco-Konsortialkreisen. "Unser türkischer Partner ist sehr flexibel", stellt OMV
-Chef
Wolfgang Ruttenstorfer fest.
Käme es zu einer russischen Beteiligung, würde Nabucco ins Gegenteil verkehrt, sagt Wladimir Socor von der Jamestown Foundation in Washington: "Das würde bedeuten, dass europäische Investoren Geld ausgeben, um russisches Gas zu transportieren - keine gute Idee."
Die USA setzen immer noch auf Nabucco: "Ich bin sicher, die Pipeline wird gebaut", sagte Außen-Staatssekretär Matthew Bryza. Er verwies auf die im Vergleich zu South Stream um "40 bis 50 Prozent günstigeren Transportkosten".
Auch bei RWE
gibt man sich zuversichtlich: "In unseren Überlegungen ist das Gas aus Nabucco ab 2012 oder 2013 fest eingeplant", betonte Konzernchef Jürgen Großmann.


