International

_

Türkei vs. Syrien: Verwirrung um abgeschossenen Kampfjet

Es herrscht weiter Unklarheit über den vor zwei Wochen abgeschossenen türkischen Kampfjet. Das Militär in Ankara rückte jetzt von der Version eines Raketentreffers ab. Es wachsen Zweifel an der türkischen Darstellung.

Ein Wrackteil der abgeschossenen F4 Phantom auf dem Meeresgrund. Quelle: dpa
Ein Wrackteil der abgeschossenen F4 Phantom auf dem Meeresgrund. Quelle: dpa

IstanbulMehr als zwei Wochen nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch syrische Truppen rückt die Militärführung in Ankara nun von der Version eines Raketentreffers ab. Nach Untersuchungen der vom Meeresgrund geborgenen Wrackstücke gebe es keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Rakete, berichteten türkische Medien am Dienstag unter Berufung auf Militär und Geheimdienst. Trotzdem beharre Ankara darauf, dass die Maschine im internationalen Luftraum getroffen worden sei.

Anzeige
Türkei

Bei dem Abschuss am 22. Juni waren die beiden Piloten des unbewaffneten Aufklärungsjets ums Leben gekommen. Nach Darstellung des syrischen Regimes wurde die türkische Phantom F4 von an der Küste stationierten Luftabwehrgeschützen getroffen, nicht aber von einer über die syrischen Grenzen hinausreichenden Luftabwehrrakete. Dies hatte auch das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Geheimdienstkreisen berichtet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte dies wütend zurückgewiesen. Verbündete der Türkei kritisierten dagegen zuletzt vor allem, dass die türkische Maschine ohne Vorwarnung abgeschossen worden sei.

Der Zwischenfall hatte die wegen der Unruhen in Syrien gewachsenen Spannungen zwischen der Türkei und Syrien weiter verschärft. Die Regierung in Ankara wies die türkische Armee an, jede Grenzverletzung durch Syrien und selbst die Annäherung syrischer Militäreinheiten an die Grenze als aggressiven Akt zu werten und zu bekämpfen.

Erdogan sprach von einem feigen Akt des syrischen Regimes. „Die Türkei ist ein Land, dem all seine Verbündeten und Nachbarn vertrauen können. Die Freundschaft der Türkei ist wertvoll, aber jeder sollte wissen, dass der Zorn der Türkei gewaltig sein kann“, sagte Erdogan.

Am Montag hatte ein Vertreter des türkischen Generalstabs jedoch in einem Zeitungsinterview erklärt, es gebe keine Anzeichen für einen Raketenbeschuss. Laut "Radikal" kam der türkische Geheimdienst MIT zum selben Ergebnis. Der Zeitung zufolge will sich Ankara deshalb künftig auf den Vorwurf konzentrieren, dass die Syrer ohne Warnung an die Piloten das Feuer eröffneten.

  • 11.07.2012, 16:01 UhrEnergieelite

    Die Nachbarn der Türkei ......
    Und dann nennen sie Israel und Iran .
    Was hatten sie in Geographie ???
    Die Terroristen fühlen sich in der Türkei noch wesentlich wohler als in den von ihnen aufgezählten Ländern , auch wenn sie nicht alle Nachbarn der Türkei sind !
    5 setzen !

  • 10.07.2012, 21:49 UhrDirk

    Halt mal den Ball flach Deutschland hat ja nicht solch Gefährlichen Nachbarn wie die Türkei unter anderem Syrien Israel Iran Irak alles Länder die sehr Gefährlich seien können allein wegen ihren Atommächten und Revoloutionen! Wie würde es dir Gefallen wenn eure Nachbarstaaten voller Terroristen sind?

  • 10.07.2012, 15:44 UhrEnergieelite

    [+++Beitrag wurde von Redaktion gelöscht+++]

  • Die aktuellen Top-Themen
EU-Handelszone mit USA: Merkels ehrgeiziger Fahrplan zur neuen Handelszone

Merkels ehrgeiziger Fahrplan zur neuen Handelszone

Durch einen neuen Vertrag sollen die EU und die USA wirtschaftlich näher zusammenrücken. Kanzlerin Merkel will die neue Freihandelszone „in absehbarer Zeit“ abschließen. Doch die Herausforderungen sind enorm.

G8-Gipfel: Zig Streitthemen und ein bahnbrechender Handels-Deal

Zig Streitthemen und ein bahnbrechender Handels-Deal

Europa und die USA wollen auf dem Gipfel in Nordirland über eine Freihandelszone verhandeln. So viel Fortschritt ist in der Syrien-Frage kaum zu erwarten. Außerdem trübt eine Spitzelaffäre die Stimmung der Staatschefs.

Alle Termine abgesagt: Platzeck nach Kreislaufproblemen im Krankenhaus

Platzeck nach Kreislaufproblemen im Krankenhaus

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ist wegen Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Am Sonntag trat er noch ohne erkennbare gesundheitliche Probleme in einer Talk-Sendung auf.

Spezialblog Warum Brüderle das Denken sein lassen sollte

Es gibt ein Forum, das nennt sich Trainertalk. Dort können sich verzweifelte Übungsleiter mit Fragen wie "Was mache ich, wenn mein Stürmer nicht mehr trifft?" an die Kollegen wenden. Auch die FDP hat eine Sturmspitze, die in den Strafräumen... Von Stefan Kaufmann. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International