Türkischer Ministerpräsident
Erdogan greift Israel scharf an

Israel solle „den Preis für seine Verbrechen bezahlen“, forderte der türkische Ministerpräsident. Das Land sei international isoliert. Die politischen Spannungen machen sich inzwischen sogar im Tourismus bemerkbar.
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KairoDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel in einer Rede vor den Außenministern der Arabischen Liga scharf angegriffen. Israel habe sich isoliert, sagte Erdogan am Dienstag zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in Kairo. Dabei verwies er auf den israelischen Militäreinsatz gegen eine Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Jahr, bei dem neun türkische Aktivisten ums Leben kamen. Israel müsse „den Preis für seine Verbrechen bezahlen“, erklärte Erdogan.

„Israel verhält sich verantwortungslos und verletzt internationales Recht, indem es internationale Konvois angreift, die nichts als Lebensmittel und Kinderspielzeug geladen haben.“ Derartige Übergriffe „gefährden das israelische Volk“, erklärte er.

Zudem bekundete Erdogan Unterstützung für den geplanten UN-Antrag der Palästinenser auf Anerkennung eines unabhängigen Staats. „Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, sagte er. Seine halbstündige Ansprache wurden von den Außenministern mehrmals mit Applaus quittiert. In Kairo traf Erdogan auch mit dem Vorsitzenden des regierenden Militärrats in Ägypten, Mohammed Hussein Tantawi, zusammen.

Angesichts der Weigerung Israels, sich bei der Türkei zu entschuldigen, sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern deutlich abgekühlt. Die Regierung in Ankara legte diesen Monat ihre militärische Zusammenarbeit mit Israel auf Eis, wies ranghohe israelische Diplomaten aus und sagte der palästinensischen Initiative bei der UN-Vollversammlung ihre Unterstützung zu. Nach dem arabischen Frühling will Erdogan den Einfluss der Türkei in der Region stärken und nach Ägypten noch Tunesien und Libyen besuchen.

Die politischen Spannungen zwischen Israel und der Türkei machen sich unterdessen offenbar auch in der Tourismusbranche bemerkbar: Israelische Reiseveranstalter wollen nun ihre Charterflüge zum türkischen Badeort Antalya einstellen. Nur wenige Israelis hätten Tickets gekauft, nachdem die Türkei in diesem Monat israelische Diplomaten ausgewiesen habe, erklärte das Unternehmen Yair Asher of Flying Carpet am Dienstag. Auch zwei weitere Reiseveranstalter kündigten am Dienstag an, ihre Flüge nach Antalya nicht mehr anbieten zu wollen. Antalya gilt seit Jahren als beliebtes Reiseziel israelischer Touristen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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    Jude ohne Lügen, das wäre wie als ob es keine Judenverfolgung mehr auf der Welt gäbe.

    Ungeliebte Juden, wisst ihr was ihr uns könnt,
    am Ar... lec.en.


    Wir kriegen noch unsere Gelegenheit.
    .

  • Also begeht nicht schon wieder den naechsten Leichtsinn und nehmt einen emotional aufgeladenen Antisemiten und besessenen Israelhasser diesmal beim Wort und bereitet euch vor – das Gegenteil hat einfach schon viel zu vielen Juden das Leben gekostet.

    Jemand, wie Erdogan, der folgenden Satz sagt, “Ich möchte Folgendes betonen: Der Türkei ist es egal, ob dieser Konflikt sie 15 oder 150 Millionen Dollar kosten wird. Unsere Würde und unser Stolz sind unbezahlbar.“, ist unberechenbar und ich kann mir nicht anders helfen, als an die eigentlich ‘kriegswichtigen’ Zuege der Reichsbahn am Ende des 2. Weltkriegs zu denken, die – anstatt der Wehrmacht zu dienen – zum Judenmord umkommandiert wurden.

    Rationales Denken und Kalkulieren hat bei Antisemiten einfach irgendwo eine Grenze erreicht und das sollte man auch als rational Denkender stets im Hinterkopf behalten…

    Lassen wir uns nicht schon wieder von der unglaublichen, selbstzerstoererischen Entschlossenheit unserer Feinde ueberraschen. Hoffnungen sind gut, falsche Hoffnungen toetlich.



    Erstveröfrfentlicht bei Aro1.com

    http://haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=6440

  • wir wollen auf keinen Fall in die EU. Was sollen wir mit Staaten die bald Pleite gehen. Der Zug ist abgefahren. Ihr könnt machen mit euren westlichen Gedanken was Ihr wollt.

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