Tumulte in Kairo
Prozessauftakt gegen Stiftungsmitarbeiter

43 Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen wird in Kairo der Prozess gemacht, unter ihnen auch zwei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Nach einem turbulenten Auftakt wird die Verhandlung vertagt.
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KairoBegleitet von Tumulten hat in Ägypten am Sonntag der Prozess gegen zwei Mitarbeiter der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung und weiterer Nichtregierungsorganisationen begonnen. Den insgesamt 43 Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, in dem nordafrikanischen Land ohne Lizenz gearbeitet und bestimmte Parteien mit Geld unterstützt zu haben. Die betroffenen Institutionen bestreiten die Vorwürfe. Sie sind überwiegend in den Bereichen politischen Bildung und Meinungsfreiheit aktiv. Das Verfahren sorgt international für Empörung.

Zu der ersten Sitzung in einem Strafgericht der Hauptstadt Kairo kamen am Sonntag nur sechs angeklagte Ägypter. Die anderen Beschuldigten ließen sich von ihren Anwälten vertreten. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten hunderte Islamisten für die Freilassung eines in den USA inhaftierten Extremistenscheichs.

Die Verlesung der Anklageschrift wurde von Tumulten begleitet. Die Verteidiger beklagten sich lautstark über die Justizbehörden. Vor allem monierten sie, dass ihnen die Anklageschrift zu spät vorgelegt worden sei und sie mehr Zeit für die Vorbereitung des Verfahren bräuchten. Der Richter rief die Anwälte mehrfach zur Ordnung und schlug mit dem Hammer auf den Tisch. Nach knapp 20 Minuten unterbrach er die Sitzung und vertagte den Prozess auf den 26. April.

Angeklagt sind neben dem Leiter des Kairoer Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Andreas Jacobs, und einer seiner Mitarbeiterinnen unter anderem auch 19 US-Bürger. Fünf von ihnen sind derzeit noch in Ägypten, da gegen sie ein Ausreiseverbot verhängt wurde. Unter ihnen ist ein Sohn von US-Verkehrsminister Ray LaHood. Betroffen sind ferner 14 Ägypter, drei Serben sowie ein Norweger und vier nicht-ägyptische Araber.

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