Tunesien
Demonstranten fordern Rücktritt der Regierung

Die politische Krise in Tunesien spitzt sich zu. Zehntausende Demonstranten forderten den Rücktritt der Regierung. Die Verfassunggebende Versammlung hat ihre Arbeit auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
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TunisZehntausende Menschen sind in der Nacht zu Mittwoch in Tunis auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt der tunesischen Regierung zu fordern. Die Demonstrationszüge kamen vor dem Gebäude der verfassunggebenden Versammlung in einem Vorort der Hauptstadt Tunis zusammen, wie französische und arabische Medien berichteten. Ein Vertreter der Polizei, der nicht namentlich genannt werden wollte, sprach von 40.000 Teilnehmern. Von Seiten der Opposition gab es keine Schätzung.

Erst wenige Stunden zuvor hatte die Versammlung ihre Tätigkeit angesichts der schweren politischen Krise im Land vorerst ausgesetzt. Die Arbeit des Übergangsparlaments werde erst wieder aufgenommen, wenn es wieder Gespräche zwischen Opposition und Regierung gebe, sagte dessen Präsident Mustapha Ben Jaâfar am Dienstagabend in Tunis.

Die Demonstration fand wegen des abendlichen Fastenbrechens während des Ramadan erst in der Nacht statt. Einige Teilnehmer hielten Porträts der ermordeten Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi und Chokri Belaid hoch. Viele Bürger machen die Regierung für die Morde verantwortlich. Seit der Ermordung Brahmis am 25. Juli gibt es in Tunesien Proteste und Unruhen. Belaid war bereits im Februar ermordet worden.

Die moderat islamistischen Ennahda hatte im Herbst 2011 die ersten Wahlen nach dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali klar gewonnen. Seitdem führt sie eine Koalition mit der Mitte-Links-Partei CPR um Staatspräsident Moncef Marzouki und der sozialdemokratischen Partei Ettakatol um Ben Jaâfar. Für Dezember sind Neuwahlen geplant.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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