Turkmenistan
Auf Turkmenbaschi folgt Berdymuchamedow

Das ölreiche Turkmenistan in Zentralasien hat fast zwei Monate nach dem Tod des autokratischen Präsidenten Saparmurat Nijasow alias Turkmenbaschi einen neuen Präsidenten. Der bisherige Vize Kurbanguli Berdymuchamedow ging bei seiner Vereidigung ganz vorsichtig auf Distanz zu seinem Vorgänger.

HB ASCHGABAD. Unter einem riesigen Porträt seines Vorgängers versprach Berdymuchamedow am Mittwoch nach seiner Vereidigung, die internationalen Verträge des zentralasiatischen Staates zu achten. Die Wahlkommission hatte bis wenige Minuten vor dem Eid gewartet, um das offizielle Endergebnis von etwas mehr als 89 Prozent der Stimmen bei der Wahl am Sonntag bekannt zu geben. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte die Abstimmung als undemokratisch und unfair bezeichnet.

„Ich werde mein Leben der Mehrung des Ruhms von Ogus Khan widmen und den von Turkmenbaschi den Großen vorgegebenen Kurs folgen“, sagte Berdymuchamedow bei der Vereidigungszeremonie unter Berufung auf eine historische Figur des Landes. Der Feier wohnten unter anderem Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow, US-Vizeaußenminister Richard Boucher und der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan bei.

Berdymuchamedow kündigte an, Bildung und Gesundheitswesen stärker fördern zu wollen. Die Ausgaben dafür waren während der 21-jährigen Herrschaft von Nijasow drastisch zusammengestrichen worden. Unter anderem wurden Krankenhäuser außerhalb der Hauptstadt geschlossen, weil Turkmenen angeblich nie krank werden.

Der 49-jährige Zahnarzt Berdymuchamedow überstand zehn Jahre lang die häufigen Kabinettswechsel seines Vorgängers. Dieser hatte den Staat mit fünf Millionen Einwohnern mit eiserner Hand regiert. Berdymuchamedow führt die Amtsgeschäfte in dem Ein-Parteien-Staat seit dem Tod Nijasows im Dezember.

Gleich mehrere Staaten interessieren sich für den Energiereichtum Turkmenistans. Russland, die Ukraine und Georgien haben bereits Verträge mit der Regierung abgeschlossen, zum Teil für Lieferungen unter dem Weltmarktpreis. China setzt sich für den Bau einer neuen Pipeline in Richtung seines Staatsgebiets ein, während die USA sich für eine Leitung unter dem Kaspischen Meer in Richtung Europa stark machen. Diese soll dann Russland umgehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%