TV-Debatte der EU-Kandidaten
 „Wenn Sie einen Popstar brauchen, bin ich bereit“

Erstmals ziehen die Parteien mit EU-weiten Spitzenkandidaten in die Europawahl. Damit wollen sie die Wahlbeteiligung steigern. Das erste TV-Duell zeigt jedoch, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander liegen.
  • 12

DüsseldrofEs sollte der Auftakt sein für eine neue Ära. Erstmals treten die großen Parteien mit EU-weiten Spitzenkandidaten zur Europawahl an. Damit sollen die Bürger direkter entscheiden, wer neuer  Kommissionspräsident wird.

Im TV-Duell trafen am Montagabend in Maastricht die vier Spitzenkandidaten aufeinander. Die Sozialdemokraten schicken den deutschen Präsidenten des Europaparlaments Martin Schulz ins Rennen, die Konservativen den langjährigen luxemburgischen Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. Für die Liberalen tritt der frühere belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt an – und für die Grünen die bisherige Europaabgeordnete Ska Keller. Eigentlich war auch der Linke-Spitzenkandidat Alexis Tsipras eingeladen, doch der hatte abgesagt.

Der Sozialdemokrat Schulz sieht die Personalisierung durch Spitzenkandidaten als Chance. Früher sei es bei den Europawahlen darum gegangen, für eine Institution zu werben, sagt er. „Niemand wählt für eine Institution.“ Nun sei dies anders. Es gebe zum ersten Mal einen Wettbewerb zwischen den Kandidaten und ihren Programmen.  Als der Moderator wissen will, ob man nicht einen politischen Popstar als Kommissionschef brauche, um die Bürger für Europa zu begeistern, gibt sich Schulz selbstbewusst: „Wenn Sie einen Popstar brauchen, bin ich bereit.“

Im Unterschied zu Popstars sind die anwesenden Spitzenkandidaten in Europa allerdings ziemlich unbekannt. Die Grüne Ska Keller beispielweise setzte sich bei einer europaweiten Online-Abstimmung der Grünen durch. Ihr Manko: Die Wahlbeteiligung war extrem gering. Statt der anvisierten 200.000 nahmen nur rund 20.000 Parteimitglieder an der Abstimmung teil. So kommt es, dass Keller zwar europäische Spitzenkandidaten ist, in Deutschland für die Grünen aber nur auf Listenplatz drei antritt. Auch Guy Verhofstadt kennt in Deutschland kaum jemand.

Der Luxemburger Juncker zumindest dürfte vielen noch etwas sagen, schließlich leitete er lange die Gruppe der Euro-Finanzminister. Doch auch Juncker hat Makel: Zum Beispiel den, dass er erst vor wenigen Monaten in seiner Heimat Luxemburg als Ministerpräsident abgewählt wurde. 

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„Ich schenke Ihnen drei Sekunden“

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  • Die Sendung war eh total witzlos; gefilterte "Demokratie"

    Schauen Sie sich mal das Titel-Foto dieses Online-Artikels hier an...

    so, und jetzt schauen Sie sich mal an, welche Kandidaten alle in's Rennen um die Kommissionspräsidentschaft geschickt worden sind:
    http://abload.de/img/praesikandi_fit9rzib.jpg

    Was fällt Ihnen auf ?

    Richtig, es wurden nur die "richtigen" Kandidaten eingeladen.

    Demokratie geht anders...

  • Die Sendung war eh total witzlos; gefilterte "Demokratie"

    Schauen Sie sich mal das Titel-Foto dieses Online-Artikels hier an...

    so, und jetzt schauen Sie sich mal an, welche Kandidaten alle in's Rennen um die Kommissionspräsidentschaft geschickt worden sind:
    http://abload.de/img/praesikandi_fit9rzib.jpg

    Was fällt Ihnen auf ?

    Richtig, es wurden nur die "richtigen" Kandidaten eingeladen.

    Demokratie geht anders...

  • auch für SIE

    (Wiederholung)

    der TV-Glotzer Glaube - Wahl ist sein Himmelreich!


    ... wir haben auch so etwas ähnliches wie in der Schweiz,
    in meiner ex-Partei der FDP,
    dort gibt es in den Statuten festgehalten die Möglichkeit
    des Mitgliederentscheids,
    heißt:
    bei Grundlegenden Fragen/Ausrichtung der FDP-Politik, kann ein
    Mitgliederentscheid angestrebt werden,
    so wie im Sep.? 2011 von einen Frank Schäffler geschehen,
    der Mitgliederentscheid zu den Euro-Rettungsschirmen
    angestrengt worden war.

    Die Parteimitglieder per Abstimmung,
    die Politische Ausrichtung der Parteiinhalte/Politik mitbestimmen.
    Wenn 33% der Partei-Mitglieder den Entscheid bestimmen,
    die Parteispitze an die Abstimmung gebunden ist.
    So geschehen 2011 - nur mit der Merkelschen Stasi-Umsetzung,
    D-Post als Landsmännin-Wunsch-Sortierbetrieb „?“

    so - 2011 - FDP-Mitgliederentscheid zu EUR-ZONE [Rettungsschirme] getürkt mit Röslers Trickserein,
    den Entscheid aus Werbeheftchen ausgeschnitten in die richtigen Umschläge verpackt werden musste
    und
    die D-Post Sortierung?
    31,8% statt der 33% Mindestteilnehmerzahl (trotz erheblichen Rumorens in der Parteibasis) nicht erreicht worden -
    leider verloren?
    Wusste ein siegessicherer Vorsitzender Rösler aber schon Tage zuvor, schwere Verwerfung innerhalb der FDP,
    ein Ch. Lindner verlässt enttäuscht die neue-Spezial Partei-FDP)


    Wie SIE sehen ist es mit der TV-Glotzer Wahl
    in dieser Vorzeige-Demokratie nicht so weit her!


    Ich fress mein Hut,
    wenn bei dieser Bundestags-Wahl 2013 - ohne Wahlkampf, ohne
    Wahlwerbung und TamTam - dafür aber mit *25% Briefwähler* (angeblich) so für die Absolute Stimmenhoheit/Macht im Bundestag was immer zu beschließen,
    ALLES mit Rechten Dingen zugegangen ist - in dieser Vorzeige-Demokratie!!
    *meinen Hut fress ich!*

    ... bestimmt alles nur Zufall?

    Mehr?
    hier:
    (tinyurl.com/ky6sw83)

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