TV-Debatte der US-Demokraten
Clinton und Rivalen buhlen um die Mittelschicht

Bei der ersten Debatte der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten zeigt Hillary Clinton sich kämpferisch. Vor allem das Thema Mittelschicht wurde zum Schwerpunkt - auch für Hauptkonkurrent Bernie Sanders.

Las VegasBei der ersten Fernsehdebatte der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten hat sich die favorisierte Ex-Außenministerin Hillary Clinton als Kämpferin gegen soziale Ungleichheit präsentiert. „Im Mittelpunkt meines Wahlkampfes steht, wie wir die Einkommen erhöhen", sagte Clinton am Dienstagabend (Ortszeit) in Las Vegas. Dazu gehöre die Erhöhung des Mindestlohns ebenso wie eine gerechtere Verteilung der Unternehmensgewinne und eine Steuerreform. „Im Moment zahlen die Reichen zu wenig und die Mittelschicht zahlt zu viel“, sagte sie. Außerdem müsse die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen geschlossen werden.

Der Senator Bernie Sanders, der sich als „demokratischer Sozialist“ bezeichnet, trat bei der vom Nachrichtensender CNN organisierten Debatte ebenfalls als Verfechter der arbeitenden Bevölkerung auf. „Die Mittelschicht in diesem Land ist in den vergangenen 40 Jahren zunehmend verschwunden“, sagte der Politiker aus Vermont. „Millionen Amerikaner arbeiten länger für niedrigere Löhne, und fast ihr gesamtes Einkommen und der geschaffene Wohlstand gehen an das oberste Prozent.“

Auch die in Umfragen weit abgeschlagenen Ex-Gouverneure Lincoln Chafee und Martin O'Malley sowie der frühere Senator Jim Webb prangerten die wachsende Schere zwischen Arm und Reich in den Vereinigten Staaten an. Webb beklagte den Einfluss reicher Spender auf die Wahlen: „Die Leute sind angewidert davon, wie das Geld unseren politischen Prozess korrumpiert hat.“

Ein hitziger Schlagabtausch entwickelte sich zwischen Clinton und Sanders bei der Verschärfung der Waffenrechte. Die frühere Außenministerin warf dem Senator vor, nicht stark genug für die Kontrolle von Schusswaffen einzutreten. Sanders habe in den 90er Jahren mehrfach gegen ein Gesetz für ein strengeres Waffenrecht gestimmt. Der Senator stammt aus einem ländlich geprägten Bundesstaat, in dem der Besitz von Schusswaffen weit verbreitet ist.

Die Präsidentschaftswahl findet am 8. November 2016 statt. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang Februar kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten, die auf Parteitagen im Juli offiziell gekürt werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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