TV-Duell in Großbritannien
Cameron weicht Attacken aus

In fünf Wochen wählt Großbritannien. Die TV-Debatte der sieben Parteiführer konnte weder Amtsinhaber Cameron noch Labour-Herausforderer Ed Miliband klar für sich entscheiden. Überraschend stark: Die Außenseiter.
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LondonPremier David Cameron kann zufrieden sein. Die erste und einzige TV Debatte im britischen Wahlkampf mit sieben Parteichefs ging ohne klaren Sieger aus. Nicht einmal die Meinungsforscher, die bisher keiner Partei eine klare Führung geben, konnten sich nicht auf einen Gewinner der Debatten einigen.

Vier verschiedene Institute hatten vier verschiedene Ergebnisse. Zwei ragten dabei heraus. Das TV-Event verhalf Camerons Gegenspieler, Labourchef Ed Miliband, nicht zu dem erhofften Autoritätsgewinn, den die Konservativen so fürchteten. In einer Umfrage von ComRes hielten 40 Prozent Cameron auch nach der Debatte „am geeignetsten, das Land zu führen“. Miliband kam auf nur 28 Prozent.

Auffallend auch das gute Abschneiden der Rebellenführer der beiden Aufrührerparteien, die es auf das alte, seit Generationen von Labour und den Tories  dominierte Zweiparteiensystem abgesehen haben. Eine Umfrage von Yougov für die Times setzte als Gewinner die Chefin der schottischen Nationalistenpartei SNP, Nicola Sturgeon und den Chef der EU-Austrittspartei Ukip, Nigel Farage. „Die Außenseiter kommen“, titelte die Times.

Sturgeon bekam in der Umfrage 28 Prozent, Farage 20 Prozent, Cameron 18 Prozent vor Miliband mit 15 Prozent. Andere Umfragen platzierten Farage dagegen abgeschlagen. Er schwitzt, sah müde aus, war aber auch wie immer am deutlichsten und hatte die klarsten Antworten. Auf die Frage, was Großbritannien als EU-Mitglied tun könne, um die Einwanderung zu regeln, sagte er eindeutig: „Nichts“. Um mit dem gegenwärtigen Einwanderungsniveau fertig zu werden, müsse man alle sieben Minuten ein neues Haus bauen.

Es war die Schottin, mit ihrer roten Kostümjacke, die den anderen die Show stahl. „Großbritanniens knappe Ressourcen sollten in Kinder investiert werden, nicht Atomwaffen“, forderte sie. Mit ihren Angriffen von links ließ sie Labourchef Ed Miliband plötzlich unentschlossen und halbherzig aussehen. „Wir müssen investieren und durch Wachstum aus der Finanzenge kommen. Warum hat Labour für 30 Milliarden Pfund Einsparungen gestimmt“, attackierte sie Miliband.

Die Ansichten der Westminister-Parteien seien „von der Furcht vor Ukip bestimmt, nicht rationaler Debatte“. Und zum Schluss wandte sie sich die Chefin der Partei, die das Vereinigte Königreich zerbrechen will, mit einer „Botschaft der Freundschaft“ an die Engländer und versicherte, die SNP werde einer Labour-Minderheitsregierung den Rücken stärken, zum Wohle aller Engländer.

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„Der unsichtbare Mann“

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